Fußball-EM 2016
Nicht im EM-Kader

Paris. (pvrm) Kurz bevor ein großes Turnier beginnt, blicken alle gespannt auf die Kader-Nominierungen der qualifizierten Länder. 23 Spieler dürfen mit nach Frankreich genommen werden. Joachim Löw sorgte dieses Jahr für eine Überraschung, als er den verletzen Marco Reus aus dem Kader stich. Doch Reus, der wegen einer Schambeinentzündung die EM und eventuell sogar den Saisonstart 2016/2017 verpasst, ist nicht der einzige deutsche Pechvogel. Wer fällt verletzt aus? Und welche Weltmeister von 2014 wurden schlichtweg aussortiert?

Verletzt


Ilkay Gündogan

Der Dortmunder, der im Sommer zu Manchester City wechselt, verpasst nach 2014 schon sein zweites Turnier. Der 25-jährige absolvierte bisher 16 Länderspiele für die A-Nationalmannschaft. Nachdem er in Brasilien wegen einer Operation an der Lendenwirbelsäule fehlte, gab es für ihn auch bei der EM kein Happy-End. Im Mai 2016 renkte er sich im Training die Kniescheibe aus.

Holger Badstuber

Ob es in Deutschland wohl einen größeren Pechvogel gibt? Seit seinem Kreuzbandriss im Winter 2012 bis zum EM-Start 2016 war der Bayern-Profi 968 Tage, also etwa zwei Jahre und acht Monate, verletzt. Seit Debüt für die A-Nationalmannschaft gab der 27-jährige im Mai 2010 und wurde im Anschluss auch bei der WM eingesetzt. Bei der EM 2012 war er Stammspieler und absolvierte alle Spiele über 90 Minuten.

Aussortiert


Roman Weidenfeller

In Brasilien war Roman Weidenfeller die Nummer zwei hinter Manuel Neuer. Mittlerweile muss sich der 35-jährige auch beim BVB mit der Reservistenrolle zufrieden geben. Nur einen Bundesliga-Einsatz hatte er in der Saison 2015/16. Die fehlende Spielpraxis war wohl auch ein Grund dafür, dass es für Weidenfeller bei fünf Länderspielen bleibt.

Ron-Robert Zieler

Auch die Nummer drei bei der WM 2014 ist aus dem Kader verschwunden - und auch aus der Bundesliga. Der Abstieg mit Hannover 96 in die zweite Liga könnte ihm das EM-Ticket gekostet haben. Begleiten wird Zieler die Hannoveraner nicht: Er wechselt zum englischen Überraschungsmeister Leicester City. Bleibt abzuwarten, ob ihm das den Platz in der Nationalelf zurückbringt.

Erik Durm

Sein Debüt in der A-Nationalelf gab der Dortmunder zwölf Tage vor dem WM-Start 2014. Danach wurde er auch in den endgültigen Kader berufen, blieb aber ohne Einsatz. Sieben Länderspiel bestritt der 24-jährige seitdem. Diesmal war er nicht einmal für den vorläufigen Kader nominiert.

Matthias Ginter

Als jüngster deutscher Nationalspieler feierte der heute 22-Jährige 2014 den Weltmeistertitel. Neben Erik Durm war Matthias Ginter der zweite von drei Feldspieler ohne WM-Einsatz. Für ihn bleibt es bei neun Länderspielen, denn auch er stand nicht im vorläufigen EM-Kader.

Kevin Großkreutz

Was ist nur mit Kevin Großkreutz passiert? Seit der WM 2014 gab es wenig Positives über ihn zu berichten. Beim BVB rutschte der 27-Jährige in die zweite Mannschaft ab. Es folgte sein Wechsel nach Istanbul, wo er wegen eines Formfehlers keine Spielberechtigung erhielt. Zurück in Deutschland stieg er mit dem VfB Stuttgart in die zweite Liga ab. Das alles spricht nicht für eine EM-Teilnahme.

Christoph Kramer

Unvergessen ist sein Knock-Out im WM-Finale gegen Argentinien. Nach 31 Minuten zog er sich durch einen Zusammenprall eine Gehirnerschütterung zu. Nachdem er den Schiedsrichter gefragt hatte, ob dies das Finale sei, war er ausgewechselt worden. Nach der WM kam der 27-jährige nur noch vereinzelt zu Einsätzen und fehlt folglich bei der EM.

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Nach dem WM-Triumph beendeten die Leistungsträger Miroslav Klose, Philipp Lahm und Per Mertesacker ihre Nationallaufbahn. Mertesacker spielt beim FC Arsenal, Klose stand bis 2016 bei Lazio Rom unter Vertrag. Philipp Lahm plant 2018 sein Karriereende beim FC Bayern.
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