Fußball-EM 2016
Nordiren stark im Dauerregen

Voller Adrenalin: Niall McGinn feiert vor den nordirischen Fans seinen Treffer zum 2:0. Bild: dpa
 
"Wir wollten nicht hierherkommen und es einfach wegschmeißen. Das war eine Leistung, auf die jeder einzelne Spieler stolz sein kann." Zitat: Gareth McAuley, Torschütze zum 1:0

Mit dem ersten EM-Sieg überhaupt hat Nordirland alle Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale. Die Ukraine enttäuschte beim 0:2, hinterher fand der Trainer beachtliche Worte für die schwache Leistung.

Lyon. Die vom Dauerregen gezeichneten Nordiren rannten wie befreit in die Kurve zu ihren Anhängern und holten sich den mächtigen Applaus für einen historischen Erfolg ab. Nach Toren von Gareth McAuley (49. Minute) und Niall McGinn (90.+6) bejubelte der Endrunden-Neuling mit dem 2:0 (0:0) gegen die Ukraine den ersten EM-Sieg seiner Fußballgeschichte, nun hat Nordirland gar gute Aussichten aufs Weiterkommen. "Ich bin sehr stolz darauf, wie meine Jungs nach dem Polen-Spiel reagiert haben. Das war ein großartiger Erfolg", befand Trainer Michael O'Neill. Nach dieser "fantastischen Leistung" sei sein Team nun "richtig bei der EM angekommen".

Vor 51 043 Zuschauern im Stadion von Lyon zeigten die Nordiren eine kämpferisch starke Leistung, auch offensiv lief gegen eine enttäuschende ukrainische Mannschaft viel mehr zusammen als noch zum Auftakt gegen Polen. "Wir wollten nicht hierherkommen und es einfach wegschmeißen. Das war eine Leistung, auf die jeder einzelne Spieler stolz sein kann", kommentierte McAuley.

Schwache Ukrainer


Die Ukrainer haben vor dem letzten Gruppenspieltag zwar auch noch theoretische Chancen auf Rang drei in der Gruppe C, doch Trainer Michail Fomenko hielt sich nach der schwachen Leistung mit Kritik nicht zurück. "Die Spieler waren heute nicht vereint genug, sie haben die Anforderungen nicht erfüllt", kommentierte er und befand: "Wir waren nicht gut genug vorbereitet in psychologischer Hinsicht."

Nordirland, Deutschlands letzter Gruppengegner am nächsten Dienstag, verzichtete in der vorentscheidenden Partie von Beginn an überraschend auf seinen besten Stürmer Kyle Lafferty. Die Osteuropäer schöpften aus ihrer starken Phase beim 0:2 gegen Deutschland Mut und setzten auf die vertraute Flügelzange mit Jewgeni Konopljanka und Andrej Jarmolenko. Lediglich in der Sturmspitze kam Routinier Jewgeni Selesnjow am Donnerstag neu in die Anfangself.

McAuley per Kopf


Die Regengüsse in einer schwachen Partie schienen eher die kampfstarken Nordiren zu beflügeln. Craig Cathcart mit einem Kopfball in der 34. Minute und Steven Davis mit einem Schuss aus spitzem Winkel (42.) hatten zwei gute Gelegenheiten. Besser machte es McAuley, der nach einem Freistoß von Oliver Norwood per Kopf den Führungstreffer und damit unter dem Jubel der Fans das erste EM-Tor Nordirlands überhaupt erzielte. Schon im Gegenzug hatte Selesnjow die Ausgleichschance, ehe Schiedsrichter Pavel Kralovec die Partie wegen heftiger Hagelschauer für etwa drei Minuten unterbrechen musste. Im Kabinengang wechselten einige Spieler die nassen Trikots, dann wurden die Wetterbedingungen schnell besser. In der Schlussphase drückten die Ukrainer auf den Ausgleich, doch Viktor Kowalenko verfehlte das Tor mit einem Distanzschuss, auch Jarmolenko scheiterte knapp. In der Nachspielzeit entschied McGinn die Partie.

Wir wollten nicht hierherkommen und es einfach wegschmeißen. Das war eine Leistung, auf die jeder einzelne Spieler stolz sein kann.Gareth McAuley, Torschütze zum 1:0
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