Fußball-EM 2016
Nur noch Endspiele für die Ukraine

Bastian Schweinsteiger (rechts) besiegelte die Niederlage: Nach dem 0:2 steht die Ukraine unter Druck. Mut machen die starken Auftritte von Andrej Jarmolenko und Jewgeni Konopljanka (links). Bild: dpa

Lille. Über die Folgen des 0:2 gegen Weltmeister Deutschland war sich Andrej Schewtschenko vollkommen im Klaren. "Ab jetzt ist jedes Spiel für uns entscheidend. Das wissen wir", sagte der ukrainische Co-Trainer nach der Auftaktniederlage bei der Fußball-EM in Frankreich. In Gruppe C warten noch Duelle mit Nordirland und Polen. "Wir müssen gegen beide gewinnen, um eine Chance aufs Achtelfinale zu haben. Das wird sehr interessant", meinte der 39 Jahre alte Ex-Torjäger.

Gegen die ebenfalls noch punktlosen Nordiren geht es am Donnerstag in Lyon (18.00 Uhr/ZDF). Bevor sich aber der Blick auf das Spiel gegen den EM-Neuling richtet, will Schewtschenko erst noch die Niederlage gegen die DFB-Elf aufarbeiten. "Daraus können wir viel lernen. Wir haben gegen die beste Mannschaft der Welt gespielt." Noch im Stadion gab es die ersten Analysen. Die DFB-Elf war schon längst abgereist, als die ersten Spieler sich erst weit nach Mitternacht auf den Weg von der Kabine zum Mannschaftsbus machten.

Mut macht dem Team die erste Hälfte. "Die war gut, da hatten wir einige Chancen", sagte Schewtschenko. Aber weder der Fernschuss von Jewgeni Konopljanka (4.) noch der Kopfball von Jewgeni Chatscheridi (27.) oder die Hereingabe vor Jérôme Boatengs spektakulärer Rettungstat fanden den Weg über die Linie.

"In der ersten halben Stunde waren wir besser, dann haben wir 15 Minuten große Probleme gehabt, weil wir nicht mehr die Zweikämpfe geführt haben, nicht angelaufen sind", gestand Boateng. In dieser Phase wäre der Ausgleich keine Überraschung gewesen. "Für dieses Spiel braucht man sich nicht zu schämen", urteilte "MIGnews". Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko twitterte gar: "Unsere Jungs spielten auf Augenhöhe mit Weltmeistern. Vielen Dank für den Kampf!"

An fast allen Torchancen beteiligt: Die Außenbahnflitzer Konopljanka und Andrej Jarmolenko. "Mit ihren beiden Flügelspielern ist sie (die Ukraine) sehr schnell nach vorne und immer gefährlich", lobte Bundestrainer Joachim Löw. "Sie können einem Gegner das schon sehr schwer machen." Das bekamen vor allem Benedikt Höwedes und Jonas Hector zu spüren.

Gegen Nordirland soll nun ein Erfolg her, damit es vor dem letzten Match gegen Polen noch reelle Chancen auf die K.O.-Phase gibt. "Wir müssen dieses Spiel hinter uns lassen und ans nächste denken. Wir werden physisch und mental gut aufgestellt sein", betonte Trainer Michail Fomenko. Löw machte der Ukraine Mut: "Es kann ja sein, dass der Dritte in der Gruppe auch weiter kommt. Die Chancen sind darum jetzt nicht vorbei für die Ukraine."

Wir müssen gegen beide gewinnen, um eine Chance aufs Achtelfinale zu haben. Das wird sehr interessant.Andrej Schewtschenko über die Duelle gegen Polen und Nordirland
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