Fußball-EM 2016
Payets Traumtor rettet Frankreich

Jubel nach dem Siegtor in der 89. Minute: Patrice Evra (rechts) und Olivier Giroud (hinten) feiern mit dem Torschützen Dimitri Payet. Gastgeber Frankreich gewann das Eröffnungsspiel der Europameisterschaft gegen Rumänien mit 2:1. Bild: dpa

Die Grande Nation musste lange bangen, ehe der EM-Auftaktsieg unter Dach und Fach war. Payet erzielte den umjubelten Siegtreffer.

St. Denis. Die Spieler klatschten sich erleichtert ab, der große Jubel blieb nach dem späten Arbeitssieg der Équipe tricolore zum EM-Auftakt aus. Dafür schwangen die Fans auf den Tribünen des Stade de France die französische Fahne und feierten. Dimitri Payet hat die Gastgeber gleich zum Auftakt der Heim-EM vor einem Stimmungsdämpfer bewahrt. Das Team von Welt- und Europameister Didier Deschamps kam am Freitagabend gegen starke Rumänen erst spät zum 2:1 (0:0)-Erfolg und feierte damit wie 1984 bei der Heim-EM und 1998 bei der WM im eigenen Land einen Auftaktsieg.

"Wir haben ein bisschen Schwierigkeiten gehabt, die Zügel loszulassen", sagte Deschamps. "Aber am Ende steht diese Belohnung. Das ist sehr wichtig, dieses erste Spiel zu gewinnen", meinte der Coach.

Nach einer bunten Gute-Laune-Eröffnungsfeier taten sich die Franzosen von Beginn an schwer, erst in der 57. Minute gelang Mittelstürmer Olivier Giroud mit dem Hinterkopf der Führungstreffer, kurz vor Schluss traf Payet (89.), nachdem zuvor Bogdan Stancu (65.) per Foulelfmeter den Ausgleich erzielt hatte.

Fans in EM-Stimmung


Auf den Tribünen löste der Erfolg großen Jubel aus und versetzte die Grande Nation in EM-Stimmung. In ihrem zweiten Spiel der Gruppe A am kommenden Mittwoch gegen Albanien kann die Gastgeber-Elf den Einzug in die nächste Runde wohl schon perfekt machen. Aber auch die Rumänen haben noch die Möglichkeit aufs Achtelfinale. "Uns hat heute ein bisschen Glück gefehlt. Wir hätten auch ein 1:1 schaffen können. Aber die Franzosen haben schon eine starke Mannschaft", sagte Rumäniens Kapitän Vlad Chiriches.

Von der Leichtigkeit der farbenfrohen Eröffnungsfeier war nach dem Anpfiff erstmal nichts zu sehen. Der erwartete französische Sturmlauf blieb aus. Um Zentimeter verpassten stattdessen die Osteuropäer nach nur vier Minuten den Führungstreffer. Bogdan Stancu zielte aus drei Metern auf Frankreichs Kapitän und Torwart Hugo Lloris. Mit Unterstützung ihrer Fans befreiten sich die Spieler der Équipe tricolore von der spürbaren Last, und begannen die Rumänen unter Druck zu setzen. Trainer Didier Deschamps setzte auf das vertraute 4-3-3-System und seine gefährlichen Offensivkräfte Antoine Griezmann, Olivier Giroud und Dimitri Payet. Kingsley Coman kam erst im zweiten Abschnitt zum Einsatz.

Die beste Gelegenheit vergab Griezmann. Der Stürmer von Atlético Madrid köpfte in der 14. Minute aus kurzer Distanz an den Pfosten und scheiterte in der 36. Minute mit einem Schuss aus vollem Lauf nach Pass von Payet nur knapp.

Die von "General" Anghel Iordanescu zum dritten Mal betreuten Rumänen, die nur einmal in der EM-Geschichte eine Vorrunde überstehen konnten, vertrauten ihrer bewährten Defensivstrategie. Schon in der Qualifikation zur Endrunde ließ der EM-Viertelfinalist von 2000 in zehn Spielen nur zwei Gegentreffer zu und an diesem gut organisierten Abwehrbollwerk bissen sich auch die Gastgeber lange Zeit die Zähne aus. Zudem setzten die Osteuropäer weitere Nadelstiche: Stancu verpasste unbedrängt in der 48. Minute den Führungstreffer für den Außenseiter.

Frankreich macht Druck


Im zweiten Abschnitt wurde der Druck der Franzosen größer. Giroud und Paul Pogba scheiterten noch an Torhüter Ciprian Tatarusanu, ehe der Keeper nach einer Flanke von Payet daneben griff und Giroud das 1:0 per Kopf gelang. Nur acht Minuten später nutzte Stancu einen Strafstoß zum Ausgleich. Der Torschütze war von Patrice Evra gefoult worden. In der Schlussphase drängten die Franzosen mächtig und kamen durch Payets Distanzschuss zum Siegtreffer.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.