Fußball-EM 2016
Robson-Kanu der gefeierte Held

Hal Robson-Kanu ist nicht mehr zu halten: Der vereinslose Stürmer erzielte das 2:1-Siegtor für Wales gegen die Slowakei. Bild: dpa

Bordeaux. Mehr als 20 000 Waliser feierten enthusiastisch den Sieg beim EM-Debüt. Die Fans von der Insel lagen sich nach dem 2:1 (1:0)-Erfolg der walisischen Nationalelf gegen die Slowakei am Samstag in Bordeaux ebenso in den Armen wie auf dem Rasen Gareth Bale und seine Kollegen. Der gefeierte Held war aber nicht der Superstar, sondern Hal Robson-Kanu. Der kurz zuvor eingewechselte Stürmer ohne Verein ließ alle Waliser jubeln.

"Ein herrlicher Augenblick für unser Land. Wir haben allen Grund zum Feiern", sagte Bale und meinte zum Siegtorschützen Robson-Kanu: "Es war klasse, wie er das gemacht hat. Es ist egal wer die Tore schießt, Hauptsache wir haben drei Punkte."

Der zum Spieler des Tages gewählt Waliser Joe Allen schwärmte: "Es ist ein unglaubliches Gefühl. Wir sind extrem stolz, drei Punkte zu holen." Wem sie zu danken haben, wussten die Spieler. Das waren Robson-Kanu und die leidenschaftlichen Fans. "Die Zuschauer haben uns zurückgeholt", betonte Allen: "Sie haben uns gepusht, das zweite Tor zu schießen."

Mit seinem fulminanten Freistoßtreffer zur frühen Führung legte Superstar Bale immerhin in der 10. Minute den Grundstein zum Sieg. Doch nach dem Ausgleich durch Ondrej Duda (61.) schlug in der 81. Minute die große Stunde von Robson-Kanu. In der Gruppe B hat Wales vor den Duellen gegen Favorit England und Russland nun gute Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale.

Der slowakische Trainer Jan Kozak sagte: "Wir waren nicht ballsicher genug, aber nach der Halbzeit waren wir besser. Beide Mannschaften haben versucht, zu gewinnen." Die Waliser "waren nicht besser, sondern hatten mehr Glück."

Bale hatte seinen großen Auftritt in der Anfangsphase. Mit seinem Kunst-Freistoß aus 28 Metern markierte der 100-Millionen-Euro-Mann vom Champions-League-Sieger Real Madrid das 1:0. "Das war ein typischer Bale-Schuss", sagte der slowakische Coach: "Er ist ein Topspieler, wir müssen das akzeptieren." Allerdings sah Keeper Matus Kozacik auch schlecht aus.

Gegen defensiv lange gut aufgestellte Waliser fehlten den Slowaken zwei Wochen nach dem 3:1 bei Weltmeister Deutschland lange die spielerischen Mittel. Sie entwickelten erst spät Torgefahr und kamen durch Duda zum Ausgleich. Wales wirkte geschockt und erholte sich nur langsam. Dann aber traf Robson-Kanu zehn Minuten nach seiner Einwechslung. Nach dem erneuten Rückstand traf der Slowake Adam Nemec per Kopf nur den Pfosten (86.).
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.