Fußball-EM 2016
Ronaldo teilt gegen Island aus

Saint-Étienne. Cristiano Ronaldos Frust entlud sich in blanker Häme über die Underdogs aus Island, in der portugiesischen Heimat rücken die ersten Meinungsmacher schon wieder vom Ziel EM-Titel ab. "Portugal eingefroren. Der Traum kühlt ab", titelte die Sportzeitung "Record" nach dem bitteren 1:1 gegen die spielerisch limitierten Kicker aus dem nordeuropäischen Mini-Staat. Das portugiesische Massenblatt "Correio da Manha" erkannte gleich zum Start eine "einfrierende Euphorie" in der heimischen Bevölkerung.

Die schlechte Laune war auch Ronaldo anzumerken, als er nach Abpfiff entnervt durch die Mixed-Zone des Stade Geoffroy-Guichard von Saint-Étienne stapfte. "Das ist ein wenig frustrierend", räumte der 31-Jährige ein, um kurz darauf heftig gegen die wacker kämpfenden Kontrahenten auszuteilen: "Sie haben gefeiert, als wären sie Europameister geworden, es war unglaublich", kommentierte der Star von Real Madrid mit bissigem Unterton. Er verurteilte die taktisch nachvollziehbare Marschroute der Isländer, tief zu stehen und sich aufs Verteidigen zu konzentrieren: "Meiner Meinung nach zeugt das von kleiner Mentalität, deswegen werden sie nichts erreichen."

Nach dem verdienten Führungstreffer durch Nani (31.) funktionierte bei den Portugiesen offensiv nicht mehr viel. Stattdessen gelang Birkir Bjarnason fünf Minuten nach der Pause der zweifellos glückliche Ausgleich. "Das Pech hat an unsere Tür geklopft", befand Portugals Zeitung "Diario de Noticias". Das "Jornal de Noticias" wollte erkannt haben, die Isländer hätten "den portugiesischen Ehrgeiz abgekühlt". Bei den Außenseitern aus Island herrschte nach dem Spiel Jubelstimmung. "Unglaublich", befand Kapitän Aron Gunnarsson. "Wir hatten einen Plan, und der ist aufgegangen. Aber es war harte Arbeit, denn Portugal war sehr stark."
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