Fußball-EM 2016
Schweden setzt auf Ibrahimovic

Schwedens EM-Team um seinen Star Zlatan Ibrahimovic (hinten), der sich hier mit Mikael Lustig (vorne) über ein Tor freut, will heute im ersten Spiel gegen Irland jubeln. Bild: dpa

Paris. Paris liegt Zlatan Ibrahimovic längst zu Füßen. Nun möchte der Kapitän der schwedischen Nationalmannschaft auch ganz Frankreich erobern. Gleich in seinem Auftaktspiel in Gruppe E am Montag (18 Uhr/ARD) im Stade de France gegen Irland will der skandinavische EM-Außenseiter verblüffen. "Ich fühle mich mental stark und habe das Gefühl, dass ich von Jahr zu Jahr besser werde. Ich gehe nach einer sehr guten Saison in das Turnier und hoffe, dass ich das mitnehmen kann", sagte Schwedens Ausnahmespieler am Sonntag.

Eher gelangweilt schlurfte der Kapitän des EM-Halbfinalisten von 1992 in kurzen Hosen und knallig gelbem Schwedenhemd auf das Pressepodium und wiederholte immer wieder in leicht variierender Wortwahl, wie gut er drauf sei und wie viel Lust er auf das Turnier habe.

Alle Augen werden sich am frühen Montagabend auf den exzentrischen Angreifer richten. Ibrahimovic, dessen französische Heimat vier Jahre lang der Pariser Prinzenpark von PSG war, überstrahlt bei den Schweden alles. Nur mit ihm in Topform kann die Mannschaft von Nationaltrainer Erik Hamrén in Frankreich Ausrufezeichen setzen.

"Der größte Druck lastet auf meinen Schultern, und ich will den Druck so gut es geht vom Team nehmen", sagte Ibrahimovic. Hamrén sieht dem Duell mit dem ältesten Team des Turniers verhalten-optimistisch entgegen, weiß aber auch um die Schwere der Gruppe mit Italien und Belgien. "Wir sind bereit, wir respektieren Irland und wissen alles über ihre Stärken und Qualitäten", sagte der 58-Jährige, räumte aber auch ein: "Wir sind realistisch genug zu wissen, dass man uns nicht auf dem ersten oder zweiten Platz in der Gruppe sieht."

Doch auch die Iren hoffen auf ihre Außenseiterchance. "Wir wissen, dass es eine harte Gruppe ist. Aber wir wollen auch, dass unsere Kontrahenten sagen: Es ist hart gegen Irland", sagte Assistenzcoach Roy Keane. Sein Namensvetter Robbie Keane (Wade) und auch Jonathan Walters (Achillessehne) werden wohl zur Verfügung stehen. Vor allem Walters gilt als einer der Schlüsselspieler im Team. Der Angreifer vom englischen Premier-League-Club Stoke City hatte mit seinen beiden Toren zum 2:0-Erfolg im Playoff-Rückspiel gegen Bosnien-Herzegowina die Mannschaft erst zur EM geschossen.

Die Schweden stellen sich auf einen Fight ein. "Die Chancen stehen 50 zu 50", sagte Hamrén. "Da Irland wahrscheinlich der schwächste unserer Gruppengegner ist, wäre ein guter Start wichtig", sagte der Hamburger Albin Ekdal. Dann könnte Schweden auch erstmals seit 2004 wieder die Gruppenphase überstehen.
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