Fußball-EM 2016
Schweinsteiger vor Comeback

Bastian Schweinsteiger (rechts) will am Samstag im Testspiel gegen Ungarn nach langer Verletzungspause sein Comeback feiern. Bild: dpa

Überraschung in Ascona: Der lange verletzte Weltmeister Bastian Schweinsteiger plant die Rückkehr in den Spielbetrieb schneller als gedacht. Bundestrainer Joachim Löw will gegen Ungarn auf einigen noch offenen Positionen testen. Die Genesung von Mats Hummels verlangt Geduld.

Ascona. Die erstaunliche Nachricht verkündete der Kapitän persönlich - und das eher nebenbei. Bastian Schweinsteiger möchte nach zwei schweren Knieverletzungen und eigenen Zweifeln schon bei der EM-Generalprobe der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am Samstag (18 Uhr/ZDF) in Gelsenkirchen gegen Ungarn als Einwechselspieler sein Comeback feiern. "Ich bin zuversichtlich. Mein Ziel ist, beim Freundschaftsspiel zu spielen. 20 bis 30 Minuten wären gut", sagte Schweinsteiger am vorletzten Tag des Trainingslagers in Ascona.

Überraschender Plan


Alle 23 EM-Spieler hatten sich am Donnerstag beim DFB-Medientag nach dem offiziellen Mannschaftsfoto den Fragen der in die Schweiz mitgereisten Journalisten aus aller Welt gestellt. Dabei berichtete ein entspannt wirkender Schweinsteiger mit einem Lächeln von seinem überraschenden Plan, den er auch "schon mal grob" mit Bundestrainer Joachim Löw besprochen habe. Ein Einsatz von Beginn an sei noch kein Thema. "Ich glaube eher an eine Einwechslung", sagte der 114-malige Nationalspieler erleichtert. "Natürlich geht das nicht von Null auf Hundert. Ich muss mich noch weiter an den Rhythmus gewöhnen."

Erstmals räumte Schweinsteiger sogar eigene Zweifel ein, ob ihm ein ähnlicher Kraftakt wie vor der triumphalen Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien noch einmal gelingen würde. Vor zwei Jahren hatte er nach einer Patellasehnenentzündung während des Turniers zur Topform gefunden. "Als bei der Nationalmannschaft in Berlin die Verletzung passiert ist, war ich nicht so zuversichtlich. Da habe ich die Wochen durchgerechnet", erzählte der 31-Jährige. Das Bangen änderte sich aber schon in den vergangenen Wochen. "Ich hatte keinen einzigen Tag einen Rückschlag", berichtete Schweinsteiger von seinem "sehr guten" Heilungsprozess: "Ich konnte den Trainingsplan immer einhalten."

Abwehrspieler Mats Hummels muss dagegen auf sein Comeback nach Muskelfaserriss in der Wade noch zwei Wochen warten. Das erste EM-Gruppenspiel in Frankreich am 12. Juni gegen die Ukraine wird der Neu-Münchner definitiv verpassen. "Mein Ziel ist es, um dieses erste Spiel herum wieder in das Mannschaftstraining einzusteigen. Wenn ich zum dritten Gruppenspiel dabei bin, sind es immer noch fünf Spiele", sagte Hummels - wobei er bei dieser Rechnung einfach mal optimistisch vom Finaleinzug ausging.

Am Freitag kann Löw im Tessin noch an personellen und taktischen Varianten für seine Turnier-Strategie arbeiten. Dann geht es erst einmal zurück in die Heimat. Bei der Übungseinheit am Donnerstag im Stadio Comunale di Ascona mit 22 Akteuren bereitete Löw mit einer Spielform über den halben Platz den letzten Test gegen EM-Teilnehmer Ungarn vor. "Wir haben eine sehr hohe Trainingsintensität. Alle Spieler ziehen brutal mit", berichtete Stürmer Mario Gomez.

Toni Kroos, der nach dem Champions-League-Sieg mit Real Madrid am Vorabend in die Schweiz nachgereist war, absolvierte das Training gleich voll mit der Mannschaft. "Es fällt gar nicht so schwer, den Schalter umzulegen. Ich habe ja gar keine Vorbereitung, ich spiele durch", erklärte der 26 Jahre alte Mittelfeldspieler.
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