Fußball-EM 2016
Schweizer Ladehemmungen

Einige Male vergab der Schweizer Haris Seferovic beste Torchancen im Spiel gegen Albanien. Gegen Rumänien will der Stürmer von Eintracht Frankfurt endlich auch mit Toren überzeugen. Bild: dpa

Paris. Der nächste Gegner Rumänien lässt in der kleinen Fußball-Nation Schweiz Erinnerungen an eine der wenigen Sternstunden wach werden. Bei der WM 1994 feierte die "Nati" im bisher letzten Duell einen 4:1-Sieg. Die Bundesliga-Stürmer Stephane Chapuisat, Alain Sutter und Adrian Knup erzielten damals die Tore gegen das Team um Ausnahme-Spielmacher Gheorge Hagi.

"Sie kamen mit breiter Brust, wir aber mussten etwas reißen und packten ein solches Spiel aus. Viele Leute in der Schweiz hatten noch gar nie erlebt, dass das Nationalteam an der WM dabei war", sagte Sutter, der einst mit wehender Mähne unter anderem für Bayern München spielte und seit zehn Jahren die "Nati" als TV-Experte begleitet.

In der Gegenwart werden vor dem zweiten Gruppenspiel der Schweizer gegen Rumänien am Mittwoch im Pariser Prinzenpark (18.00 Uhr/ARD) die Ladehemmungen der aktuellen Stürmer-Generation um die Bundesligaprofis Haris Seferovic (Frankfurt) und Admir Mehmedi (Leverkusen) diskutiert. Besonders Seferovic vergab beim Auftaktsieg der Schweizer gegen Albanien reihenweise beste Gelegenheiten. "Viele Spieler haben mich aufgemuntert. Es gibt ja noch zwei andere Spiele", sagte der 24-Jährige. Die vergangene Saison war für Seferovic durchwachsen, nur drei Tore für die Eintracht in 29 Bundesliga-Spielen. Sein Talent ließ er zuweilen aufblitzen wie beim 2:1 der Schweizer im Länderspiel in Österreich im November 2015, als er einen Doppelpack erzielte. Angesichts der Durststrecke war es fast schon eine Ironie des Schicksals, dass Seferovic mit seinem Tor im Relegations-Rückspiel in Nürnberg (1:0) noch zum Frankfurter Retter avancierte.

Matchwinner gegen Albanien war Gladbachs Nummer eins Yann Sommer. Der nahm Seferovic und die Offensiv-Abteilung ausdrücklich aus der Schusslinie. "Wir sollten Haris keine Vorwürfe machen. Er wurde von einem exzellenten Torhüter gestoppt. Er und auch die übrigen Stürmer haben Qualitäten, sie werden zu ihren Toren kommen, ganz sicher", prophezeihte der Keeper.

Nationaltrainer Vladimir Petkovic wird wohl mit der Aufstellung aus dem Auftaktspiel beginnen - also mit Seferovic und Mehmedi. Das 19 Jahre alte Jungtalent Breel Embolo vom FC Basel, an dem Manchester United und RB Leipzig Interesse zeigen, wird somit wie im ersten Spiel eine Option von der Bank sein.

Rumänien verpasste beim 1:2 im Eröffnungsspiel gegen Frankreich nur knapp eine Überraschung. Trainer Anghel Iordanescu hofft auf die "gleiche Einstellung" seiner Spieler gegen die Schweiz. Vor 22 Jahren saß Iordanescu in Detroit auch auf der Bank - seine Mannschaft um Superstar Hagi stand nach einem 3:1 gegen Kolumbien zum WM-Auftakt nicht auf dem Platz. "Wir haben den Gegner unterschätzt, obwohl wir hätten wissen müssen, dass die Schweiz sehr gut war und über exzellente Spieler verfügte wie Chapuisat, Sforza oder Sutter", sagte der damalige Innenverteidiger Miodrag Belodedici der Schweizer Nachrichtenagentur sda.
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