Fußball-EM 2016
Schweizer mächtig sauer

Paris. Gleich nach dem Schlusspfiff brach unter den Schweizer Spielern ein Streit aus. Der ehemalige Hamburger Valon Behrami redete noch auf dem Rasen auf den aktuellen Hamburger Johan Djourou ein. Torwart Yann Sommer von Borussia Mönchengladbach diskutierte auch noch fleißig mit. Eigentlich wollten sie am Mittwoch als erste Mannschaft in die K.o.-Runde dieser Fußball-EM einziehen, doch dafür war das 1:1 (0:1) gegen Rumänien zu wenig. Das große Schweizer Problem ist und bleibt die schlechte Chancenverwertung. Darüber war an diesem Abend in Paris jeder sichtbar sauer.

"Das war eines unserer besten Spiele in den letzten Monaten. Aber mit dem Ergebnis können wir nicht zufrieden sein", sagte deshalb auch der zweite Gladbacher Granit Xhaka. "Wir hatten heute wieder so viele Chancen und haben zu wenig Tore gemacht. Das ist im Moment unser Manko." Vor allem der Frankfurter Haris Seferovic ließ wieder einmal zwei große Chancen liegen (6./16.). Schon beim 1:0 gegen Albanien hatte er beste Gelegenheiten ausgelassen.

Admir Mehmedi von Bayer Leverkusen rettete der Schweiz mit seinem Ausgleichstreffer in der 57. Minute wenigstens noch einen Punkt. Mit vier Zählern auf dem Konto hat dieses mit zahlreichen Bundesliga-Stars gespickte Team deshalb vor dem letzten Gruppenspiel gegen Gastgeber Frankreich auch weiterhin noch alle Chancen, zum ersten Mal in seiner EM-Geschichte das Achtelfinale zu erreichen.

Die Rumänen waren vor 43 576 Zuschauern im Prinzenpark durch einen Foulelfmeter von Bogdan Stancu (19.) in Führung gegangen. Auch sie vergaben in der ersten Halbzeit noch mehrere Möglichkeiten, dieses sehr unterhaltsame Spiel für sich zu entscheiden. Vor dem letzten Gruppenspiel hat aber auch die Mannschaft von Trainer-Veteran Anghel Iordanescu noch immer die Möglichkeit, weiterzukommen. Dazu muss sie aber am Sonntag auf jeden Fall gegen Außenseiter Albanien gewinnen.

"Wir haben zwei komplett verschiedene Halbzeiten gesehen", sagte der 66 Jahre alte Iordanescu, der vor 22 Jahren schon bei der WM 1994 auf der rumänischen Bank gesessen hatte, als sein Team gegen die Schweiz mit 1:4 verlor. "Wir hatten in der ersten Hälfte die Initiative in der Hand. In der zweiten Halbzeit haben wir dann aber gerade auf physischer Ebene sehr gelitten. Es ist sehr schwierig, zwei Spiele in so kurzer Zeit zu absolvieren."

Das war eines unserer besten Spiele in den letzten Monaten. Aber mit dem Ergebnis können wir nicht zufrieden sein.Granit Xhaka, Schweizer Nationalspieler
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