Fußball-EM 2016
Siegeswille als Trumpfkarte

Weiden. Das Vertrauen der Fußballtrainer in der Region in die deutsche Nationalelf scheint riesengroß. Wie zuletzt Faruk Maloku (Samstag-Ausgabe) tippt auch Michael Rösch auf den Gewinn des EM-Titels durch die DFB-Auswahl. "Ich traue uns den Turniersieg zu", sagt der Coach des Landesligisten SV Etzenricht. Und die Begründung liefert er ad hoc hinterher: "Wir sind im ersten Spiel gegen die Ukraine unserem Ruf als typische Turniermannschaft gerecht geworden. Wir werden uns aber noch steigern und in den entscheidenden Momenten den nötigen Siegeswillen aufbringen."

Der Weg ins Endspiel, das weiß auch Rösch, ist aber noch weit. Zunächst geht es am Donnerstag im zweiten Gruppenspiel gegen Polen. Ein gefährlicher Gegner. "Kommunikation und Abstimmung müssen perfekt passen", meint der 29-Jährige. "In den entscheidenden Zweikämpfen müssen wir extrem zielstrebig sein." Gerade in den Eins-zu-eins-Situationen hat Rösch zuletzt Defizite erkannt: "Gegen die Ukraine hat uns in der Defensive die Konstanz gefehlt. Oft wurde es dem Gegner zu leicht gemacht; es wurden zu viele Standardsituationen, vor allem Ecken, zugelassen."

Um der Abwehr mehr Stabilität zu verleihen, würde sich Rösch Mats Hummels in der Startelf wünschen. "Sollte es bei ihm gehen, gehört er in die Anfangsformation. Zusammen mit Jérôme Boateng ist das eines der besten Innenverteidiger-Duos überhaupt." Verbesserungspotenzial sieht der Etzenrichter noch in der Bindung zwischen den Mannschaftsteilen. "Jeder Spieler hat auch Defensivaufgaben. Gegen die Ukraine wurde die Viererkette zu oft in Stich gelassen."

Große Stücke hält Rösch dagegen auf Toni Kroos. "Er ist der Denker und Lenker in unserem Spiel. Seine Passqualität ist überragend." Jedoch vermisst er bei Thomas Müller und Julian Draxler die richtigen Laufwege: "Sie müssten noch mehr die Schnittstellen anlaufen." Neben Hummels würde Rösch die deutsche Aufstellung auf einer weiteren Position ändern. Er setzt auf Mario Gomez, der bei Besiktas Istanbul seine Torjägerqualitäten unter Beweis gestellt habe. "Er würde Flexibilität in das Spiel nach vorne bringen. Außerdem kann er den Ball mal festmachen, dadurch für Entlastung sorgen."

Lewandowski ausschalten


Um den Polen den Zahn zu ziehen, sei es wichtig, deren wichtigsten Spieler "in den Griff zu bekommen." Ein Robert Lewandowski spiele auf Weltklasse-Niveau. Seine Kreise müsse man einengen, "komplett ausschalten kannst du einen solchen Spieler über 90 Minuten aber nicht." Lewandowski hin oder her - am deutschen Sieg führt laut Rösch kein Weg vorbei: "Ich tippe auf ein 2:1 für die DFB-Elf."

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Michael Rösch ist seit der Saison 2015/16 Cheftrainer beim SV Etzenricht. Der 29-Jährige stammt aus der Etzenrichter Jugend, durchlief alle Mannschaften des Vereins und schlug nach mehreren schweren Verletzungen die Trainerlaufbahn ein.Zwei Jahre lang war Rösch unter Faruk Maloku Co-Trainer, ehe er zum hauptverantwortlichen Coach aufstieg.
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