Fußball-EM 2016
Wirbel um David de Gea

Im letzten Testspiel vor der EM gegen Georgien (0:1) stand David de Gea im spanischen Tor. Ob er nach dem Wirbel um seine mögliche Verwicklung in einen Pornoskandal auch bei der Europameisterschaft die Nummer 1 ist, dürfte spannend werden. Bild: dpa

Die Ruhe im spanischen Team auf der Ferieninsel Ile de Re ist dahin: Die Teamleitung muss sich mit pikanten Vorwürfen gegen Torwart David de Gea auseinandersetzen.

Saint-Martin-De-Ré/Madrid. Schlagzeilen über mögliche Verwicklungen von Nationaltorhüter David de Gea in einen Pornoskandal haben bei der Fußball-EM die spanische Mannschaft aufgeschreckt. Der 25-Jährige von Manchester United gehört weiter zum Kader des Titelverteidigers. Unmittelbar vor dem Training am Donnerstagabend in Saint-Martin-De-Ré wehrte sich de Gea gegen die Verdächtigungen in einem Online-Bericht: "Das ist eine Lüge, eine Fälschung - nicht mehr."

Kontakt zu Zuhälter?


De Geas Name war im Zusammenhang mit juristischen Ermittlungen um einen Porno- und Zuhälterring in seiner Heimat aufgetaucht, wie die Online-Zeitung "eldiario.es" schrieb. Sie beruft sich dabei auf Aussagen einer Zeugin. Die Polizei bestätigte, dass die Auszüge aus den Ermittlungsakten echt seien. Er sei davon überrascht worden, sagte de Gea. "Ich möchte das dementieren. Es ist einfach falsch. Die Sache liegt jetzt in den Händen meiner Anwälte."

Bisher haben dem Bericht zufolge weder die Polizei noch der zuständige Ermittlungsrichter Kontakt zu de Gea und zwei anderen Spielern aufgenommen. Der Fall sorgt in spanischen Medien für große Schlagzeilen. Zumal seit Monaten diskutiert wird, ob Trainer Vicente del Bosque in Frankreich erneut Rekordnationalspieler und Ex-Weltmeister Iker Casillas (35) zwischen die Pfosten stellt - oder eben de Gea.

Eine Frau, die im Dienst eines Porno- und Zuhälterrings gestanden habe, sagte nach Informationen von eldiario.es aus, dass sie und eine andere Frau 2012 von dem Boss dazu gezwungen worden seien, in einem Luxushotel in Madrid gegen ihren Willen Sex mit zwei Fußballern zu haben. So soll es in den Akten stehen. Darin findet sich auch Iker Muniain wieder. Der Spieler von Athletic Bilbao dementierte über Twitter: All diese berichteten Vorkommnissse seien falsch. De Gea habe laut der Zeugin damals den Kontakt hergestellt, sei aber nicht im Zimmer dabei gewesen. Die Polizei stufe die Aussagen der Frau als sehr glaubwürdig ein. Die Frau werde als "geschützte Zeugin" geführt. Auf ihren Aussagen basierten zum großen Teil die Ermittlungen gegen den Boss des Rings.

De Gea bleibt im Team


Rund um das Trainingscamp der Spanier war bereits über einen Rauswurf de Geas spekuliert worden. Hinter den Kulissen der Spanier herrschte noch Minuten vor der Übungseinheit große Hektik. Der Keeper bestand offenbar darauf, sich den Fragen der Presse wie angekündigt zu stellen, nachdem der Verband zunächst zwei andere Spieler zur Pressekonferenz geschickt hatte. De Gea macht sich große Hoffnungen, Casillas im Tor des Ex-Weltmeisters ablösen zu können. Beim letzten Testspiel vor der EM wurde der England-Profi eingesetzt. "Natürlich" bleibe er bei der Mannschaft, erklärte de Gea und ergänzte: "Ich habe eine große Unterstützung bei meinen Kameraden."
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