Fußball-EM 2016
Zentrale Position für Özil

Alles ist bereit für die Ankunft des Weltmeisters im EM-Land. In Évian-les-Bains findet das Team beste Bedingungen. Vor dem Start ins Turnier sieht Bundestrainer Joachim Löw noch einige Arbeit. Der Weltmeistercoach will keine Minute verschenken.

Frankfurt. Es geht los - endlich kommt richtiges EM-Gefühl auf. Nach zwei Tagen zur Entspannung bei den Familien starten Joachim Löw und seine 23 EM-Kräfte heute um 14 Uhr mit dem DFB-Sonderflieger nach Frankreich. Kurz nach der Ankunft ist im Stammquartier der deutschen Nationalmannschaft während der Europameisterschaft in Évian-les-Bains ein erstes Training angesetzt. Dazu sind auch Fans aus der 8000-Seelen-Gemeinde am Südufer des Genfer Sees eingeladen.

Dritte EM-Endrunde für Löw


Der hochmotivierte Bundestrainer will im wichtigen Endspurt der Vorbereitung keine Minute verschwenden. "Wir haben noch einiges aufzuarbeiten. Einige Spieler müssen natürlich noch nachholen", sagte Löw zum noch fünftägigen Feinschliff bis zum Spiel gegen die Ukraine. Löws Personal kennt die hohen Ansprüche, die der 56 Jahre alte Chefcoach stellt. Er will auch in den EM-Tagen jeden einzelnen Spieler und die gesamte Mannschaft weiterentwickeln und auf den Punkt genau auf ein Top-Niveau hieven, um Deutschland nach dem vierten WM-Stern auch den vierten EM-Titel zu bescheren. "Die Königsdisziplin von allem sind die Turniere", sagte Löw vor seiner dritten EM als Bundestrainer. Noch nie stand ein Nationaltrainer bei drei EM-Turnieren in der Verantwortung.

Die wichtigsten Personalentscheidungen hat Löw bereits vor dem Flug mit der "Fanhansa" ins EM-Land getroffen. So hat er anders als noch beim WM-Triumph vor zwei Jahren in Brasilien diesmal Mesut Özil klar in der Mittelfeldzentrale eingeplant. Der junge Antonio Rüdiger vom AS Rom soll in der Innenverteidigung den noch nicht einsatzbereiten Mats Hummels (Muskelfaserriss) vertreten. Rechts hinten wird Löw wohl auf die Defensivqualitäten des Schalkers Benedikt Höwedes setzen.

Wann und wie Kapitän Schweinsteiger, der Held vom WM-Finale in Rio, nach seinem Kurzcomeback gegen Ungarn auch für echte Wettkampfspiele wieder eingeplant werden kann, ist eine der noch zu lösenden Aufgaben für Löw. Der Bundestrainer wird die Entwicklung genau beobachten und die Trainings- und Spielbelastung umsichtig steuern. Aber nicht nur bei Schweinsteiger und im Defensivverhalten, das in der EM-Saison oft nicht weltmeisterlich war, gibt es wenige Tage vor dem Ernstfall gegen den robusten Außenseiter Ukraine am Sonntag in Lille noch Defizite. "Überall ist noch Luft nach oben", bemerkte Julian Draxler.

Beste Bedingungen


"Wir können in Évian die Zeit noch nutzen, um uns weiter zu verbessern", erklärte Torwart Manuel Neuer. In dem Kurort findet der rund 70-köpfige EM-Tross des Deutschen Fußball-Bundes beste Bedingungen vor. Das 1909 erbaute und vor sechs Jahren komplett renovierte Hotel Ermitage mit 83 Zimmern und Suiten hat der DFB exklusiv gebucht. Das Trainingsstadion Camille Fournier ist nur einen Kilometer entfernt.

Wir haben noch einiges aufzuarbeiten. Einige Spieler müssen natürlich noch nachholen.Bundestrainer Joachim Löw
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