Fußball-EM
Pechvogel Gomez

EM-Aus für Mario Gomez: Im Spiel gegen Italien verletzte sich der Stürmer und ist jetzt nur noch als Fan in Frankreich dabei. Bild: dpa

Évian-les Bains. Daumendrücken statt alleiniger EM-Rekord, jetzt ist DFB-Pechvogel Mario Gomez auf der Titelmission nur noch als Edelfan dabei. Während Joachim Löw in Évian-les Bains über neue Lösungen für die nun geschwächte Offensive grübelt, stehen für den 30-Jährigen nach seinem Turnier-Aus Behandlungen im DFB-Lager an. Nach seinem Muskelfaserriss im Oberschenkel bleibt der Stürmer aber nicht nur wegen der exzellenten medizinischen Möglichkeiten bei der Nationalelf, sondern will sich jetzt abseits des Rasens einbringen.

"Er wird hierbleiben und die Mannschaft unterstützen. 2014 war er nicht dabei, das war für ihn ein schwerer Rückschlag", erinnerte der Bundestrainer am Montag an die bittere persönliche Zeit von Gomez beim WM-Triumph.

Keine Hauptrolle


Gomez selbst muss sich damit abfinden, dass es mit der perfekten Geburtstagsparty am Tag des EM-Finales am Sonntag nichts wird. Zwar ist immer noch eine große Feier mit Titel möglich, aber er selbst kann keine Hauptrolle mehr einnehmen. Bis zur Verletzung im Italien-Spiel trumpfte der 30-Jährige in Frankreich stark auf. Er zog mit seinen EM-Treffern vier und fünf sogar mit dem deutschen Rekordtorschützen Jürgen Klinsmann gleich.

Gomez' Verletzung aus dem EM-Viertelfinale passt irgendwie zu den vielen unglücklichen Episoden aus der am 7. Februar 2007 begonnenen Nationalmannschaftskarriere. Der kuriose Fehlschuss aus dem Gruppenspiel gegen Österreich etwa, als der verunglückte Versuch des Stürmers aus wenigen Metern noch von der Linie geklärt wurde, begleitet den Angreifer seit der EM 2008 dauerhaft. Dabei hatte die vergebene Chance nicht einmal einen verpassten Sieg zur Folge.

Bei der WM 2010 spielte Gomez im Schatten von Miroslav Klose nur eine Joker-Rolle. Als bester Torschütze der DFB-Elf musste er 2012 den Halbfinal-K.-o. mit hinnehmen. Und die WM-Wochen 2014 waren für den aussortierten Gomez sowieso mit die bittersten der Torjäger-Laufbahn. Umso glücklicher war der Champions-League-Sieger von 2013, dass er im EM-Team steht. "Genießen", "Freude", "Teil der Mannschaft" - ständig sprach der Modellathlet mit einem Lächeln von den schönen Tagen in Frankreich. Gomez, der nach der EM seine Model-Freundin Carina Wanzung heiraten will, war einfach froh im reiferen Fußball-Alter noch einmal auf der großen Nationalmannschaftsbühne aufzutreten.

Vereinszukunft offen


Zumal es für den 68-maligen Nationalspieler (29 Tore) noch um die Vereinszukunft geht. Zwar schwärmte er von seinem Club Besiktas Istanbul. Nicht erst nach den jüngsten Terroranschlägen in der türkischen Metropole ist seine Club-Zukunft aber offen. Vom AC Florenz ist er an Besiktas ausgeliehen.
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