Fußball
Emotionsgeladene Duelle in der WM-Quali

Vor einem Jahr detonierten während des Freundschaftsspiels Frankreich gegen Deutschland vor dem Stade de France zwei Bomben. Der Beginn der Pariser Terrornacht. Die Zuschauer durften das Stadion zunächst nicht verlassen und wurden aufs Spielfeld geleitet. Bild: dpa

Frankreich wird wieder an die Pariser Terrornacht erinnert. Im Schatten der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten treffen in der WM-Qualifikation USA und Mexiko aufeinander. Wayne Rooney darf im ewigen Nachbarschaftsduell mit Schottland wieder ran.

Saint-Denis. Pariser Terrornacht, US-Präsidentenwahl, Dauerrivalität: Gleich drei WM-Qualifikationspartien sind emotional besonders beladen. Fast genau ein Jahr nach der Pariser Terrornacht vom 13. November treffen die französischen Nationalspieler am Freitag im Stade de France auf Schweden. Kurz nach der Wahl von Donald Trump zum künftigen US-Präsidenten birgt das Kräftemessen zwischen Jürgen Klinsmanns Stars-and-Stripes-Truppe und Mexiko Zündstoff. Zum 113. Mal lassen England und Schottland eine der brisantesten Fußball-Rivalitäten wieder aufleben.

Coman verletzt


Ohne den an Knöchel und Knie verletzt abgereisten Münchner Offensivspieler Kingsley Coman begibt sich Frankreich auf eine schmerzhafte Reise in die Vergangenheit. Vor fast genau einem Jahr begann mit einer Explosion vor dem Stade de France die Pariser Terrornacht vom 13. November, als Frankreich dort gerade gegen Deutschland spielte.

"Natürlich kann niemand vergessen, was wir an diesem Abend erlebt haben. Vor allem nach dem Spiel, denn das Match ist unter normalen Bedingungen verlaufen. Aber alles danach, die folgenden Tage bis zum Spiel in England in Wembley, das waren Tage voller Emotion", sagte Nationaltrainer Didier Deschamps im Vorfeld der Partie am Freitag (20.45 Uhr) gegen Schweden in Gruppe A. Beide Teams sind punkt- und torgleich an der Spitze.

Eigentlich hätten die Franzosen das Spiel sogar am Jahrestag der Anschläge bestreiten sollen. Doch der französische Fußballverband FFF erhielt eine Ausnahmegenehmigung von der Fifa.

Spannung birgt auch das Duell USA gegen Mexiko am Freitag (Ortszeit). Denn der designierte US-Präsident Trump hatte im Fall seiner Wahl angekündigt, die Mexikaner in Massen aus dem Land zu deportieren und eine Mauer an der Grenze zu errichten.

US-Kicker Michael Bradley war um Mäßigung bemüht. "Ich hoffe, dass unsere Fans das tun, was sie immer tun: Uns mit Leidenschaft zu unterstützen", erklärte der frühere Profi von Mönchengladbach. "Ich hoffe, dass sie jedem im Stadion den Respekt geben, den er verdient. Egal ob Amerikaner, Mexikaner, Neutrale, Männer, Frauen oder Kinder."

England und Schottland messen sich indes in Gruppe F am Freitag (20.45 Uhr) im ewigen Nachbarschaftsduell. Schon zum 113. Mal treffen die beiden Nationen aufein-ander. Das letzte Pflichtspiel gegen Schottland am 17. November 1999 verloren die "Three Lions". Im Playoff-Rückspiel der Qualifikation für die EM 2000 unterlagen sie in Wembley 0:1. Für Gareth Southgate geht es auch um seine Zukunft. Noch ist er nur Interimscoach der "Three Lions", doch seine Kicker halten viel von ihm. "Wir wollen für ihn gut spielen", versprach Mittelfeldspieler Adam Lallana.

Wayne Rooney soll wieder mithelfen, dass England weiter an der Tabellenspitze bleibt. Der 31-Jährige kehrt zurück in die Startelf und läuft auch als Kapitän auf. "Seine Erfahrung in Spielen wie diesen ist wichtig", sagte Southgate.
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