Fußball
England am Tiefpunkt

Englands Coach Roy Hodgson hat das Handtuch geworfen. Bild: dpa

Nizza. Die blanke Verachtung und bitterböse Schlagzeilen aus der Heimat hatten Roy Hodgson sichtlich zugesetzt. Bevor Wayne Rooney & Co. nach der historischen Demütigung durch Island die Heimreise antraten, schloss der zurückgetretene Coach das englische EM-Desaster mit einem grotesken Auftritt ab. "Ich weiß immer noch nicht, was ich hier genau soll", zürnte der 68-Jährige am Dienstag genervt von der Dauer-Kritik bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. "Ich bin nur hier, weil mir gesagt wurde, dass es für viele Leute wichtig ist. Ich nehme an, jemand muss hier sitzen und die Prügel kassieren", sagte Hodgson, der mit der unterirdischen Bilanz von drei Siegen in elf Turnierspielen abtritt.

Mit aschfahlem Gesicht hatte sich Hodgson am Montag in den kargen Presseraum des Stadions von Nizza gesetzt und dort monoton sein Rücktritts-Statement vorgelesen. "Es tut mir leid, dass es so enden muss", erklärte Hodgson - und kam seinem Rausschmiss damit lediglich zuvor.

Vorbei ist all das Gerede von einer leuchtenden Zukunft dieser jungen Generation. Vorbei die Träume von einem Ende des halben Jahrhunderts ohne Titel. Nur zwei Jahre nach dem schmachvollen Vorrunden-Aus bei der WM in Brasilien ist jede Hoffnung erneut dahin. "Die schlimmste Niederlage unserer Geschichte. England wird von einem Land mit mehr Vulkanen als Profi-Fußballern geschlagen", höhnte der Ex-Kapitän Gary Lineker.

Keeper Joe Hart wird im Internet für seinen Patzer vor dem entscheidenden Gegentor verlacht, Rooney konnte keine dauerhafte Ordnung in die Offensive bringen. "Es ist beschämend für uns. Wir sind alle bitter enttäuscht", gestand der Kapitän, der im Gegensatz zu Hodgson weitermachen und sein Team zur WM 2018 führen will.
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