Fußball
Erinnerungen werden wach

Polizeipräsenz auf dem Trainingsplatz: Nach den Terroranschlägen in Brüssel sind die Sicherheitsmaßnahmen bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft verschärft worden. Bild: dpa
Sport DE/WELT
Deutschland und die Welt
23.03.2016
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Berlin. Die Ängste sind zurück, die Vorfreude der deutschen Fußball-Weltmeister auf die Länderspiel-Klassiker gegen England und Italien ist am Dienstag gleich zum Start der Vorbereitung getrübt worden. Die Terroranschläge in Brüssel riefen bei Bundestrainer Joachim Löw und den Spielern bei der Zusammenkunft in Berlin die schlimmen Erinnerungen an die eigene Schreckensnacht beim Länderspiel im vergangenen November in Paris gegen EM-Gastgeber Frankreich wach.

Das Terror-Thema beeinträchtigt wieder die Konzentration auf die wichtigen Testspiele am Karsamstag gegen England sowie drei Tage später in München gegen Italien, auch wenn die Sicherheitslage an den heimischen Spielorten aktuell nicht als bedrohlich eingestuft wird. "Wir gehen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht davon aus, dass es irgendwelche Auswirkungen auf die Spiele haben wird", sagte Löws Assistent Thomas Schneider zu den Anschlägen mit zahlreichen Toten in Belgien: "Unsere Gedanken sind bei den Opfern und Angehörigen."

Das Gefühl der Unsicherheit ist kurz vor dem EM-Turnier zurück. "Ich glaube, jeder Mensch hat Angst", sagte Weltmeister Shkodran Mustafi, ohne die Situation dramatisieren zu wollen: "Man muss lernen, mit dieser Angst umzugehen." Lukas Podolski, der sich gerade erst an seinem aktuellen Wohnort Istanbul mit Bombenanschlägen und einer Spielabsage seines Vereins Galatasaray konfrontiert sah, bemerkte zur allgegenwärtigen Terrorgefahr in weiten Teilen Europas: "Man kann sich nicht verstecken, man kann nicht sein ganzes Leben ändern."

Die Sicherheitsmaßnahmen seien auch für die Mannschaft "hochgefahren worden", berichtete Schneider. Sichtbar wurde das am Teamhotel durch erhöhte Polizeipräsenz. Zum ersten Training im Amateurstadion von Hertha wurde der Mannschaftsbus am Nachmittag von vier Polizeiwagen mit Blaulicht eskortiert. Auf dem Platz übten angeführt von Kapitän Bastian Schweinsteiger und Bayern-Bankdrücker Mario Götze nur 14 der 26 angereisten Akteure. Neben dem angeschlagen Trio Mesut Özil, Julian Draxler und Karim Bellarabi durften auch einige zuletzt sehr belastete Spieler im Teamhotel eine Regenerationseinheit einlegen.

Die Erinnerungen an das von Anschlägen mit 130 Toten überschattete Länderspiel am 13. November 2015 in Frankreich kam natürlich bei Spielern und Betreuern wieder hoch. "Wenn man selbst beteiligt war, weiß man, wie es den Leuten dort (in Brüssel) jetzt geht", sagte Mustafi.
Ich glaube, jeder Mensch hat Angst.Weltmeister Shkodran Mustafi
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