Fußball
Erstmals Video-Schiedsrichter im Einsatz

Hellmut Krug als Mitglied der DFB-Schiedsrichterkommission erklärte den Einsatz des Video-Schiedsrichters. Bild: dpa

Mailand. Erst die Nationalmannschaft, dann die Bundesliga: Mit dem Länderspiel-Klassiker am Dienstag in Italien macht erstmals der deutsche Fußball Bekanntschaft mit dem Video-Schiedsrichter. Ab der kommenden Saison soll dann auch in der Bundesliga das neue technische Hilfsmittel für die Referees getestet werden. Das wurde am Montag auf einer Pressekonferenz mit Vertretern des Deutschen Fußball-Bundes und des Weltverbandes Fifa vor dem Länderspiel in Mailand bekanntgegeben.

"Der Fußball bleibt gleich, aber wir haben mit dem Video-Schiedsrichter ein Extra-Auge. Wir arbeiten daran, dass der Fußball ehrlicher wird", sagte der frühere Weltklassestürmer Marco van Basten, der als Fifa-Beauftragter für Technische Entwicklung fungiert.

Beim Duell zwischen Italien und Weltmeister Deutschland wird der Portugiese Manuel de Sousa als Video Assistant Referee (VAR) in einem Raum im Stadion Zugriff auf alle TV-Kanäle des deutschen und italienischen Fernsehens haben. Bei einer klaren Fehlentscheidung (Tor, Elfmeter, Rote Karte, falscher Platzverweis/Gelbe Karte) kann er dann Kontakt zum Schiedsrichter aufnehmen. Dabei handelt es sich noch um eine abgespeckte Version. Später soll auch der Referee auf dem Rasen die Möglichkeit haben, strittige Spielszenen auf einem Monitor am Spielfeldrand noch einmal zu sehen.

Es ist das zweite Mal, dass der Video-Schiedsrichter bei einem Länderspiel zum Einsatz kommt, Anfang September war dies im Spiel zwischen Italien und Frankreich erstmals der Fall. Entwickelt wurde die Technik in den Niederlanden, wo sie bereits in Pflichtspielen mitunter eingesetzt werden.

In der Bundesliga wird die Technik derzeit noch im Offline-Betrieb getestet. Dabei werden die Bundesliga-Schiedsrichter in einem Replay-Center in Köln trainiert und ausgebildet. In der Domstadt gibt es derzeit vier Arbeitsplätze, an dem die Schiedsrichter am Wochenende üben können, wie Hellmut Krug als Mitglied der DFB-Schiedsrichterkommission erklärte. Man habe bereits "eine viel größere Einheitlichkeit" bei der Einordnung von klaren Fehlern erreicht, sagte Krug. Die Mannschaften auf dem Platz haben nicht die Möglichkeit, wie in anderen Sportarten selbst den Videobeweis zu fordern.
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