Fußball
Fader Beigeschmack

Von Rudi Gebert

Der FC Bayern, die Nummer 1 im deutschen Fußball, spaltet die Nation - von den einen heiß geliebt, von den anderen gehasst. Das trifft nicht nur auf den Verein allgemein, sondern auch auf die handelnden Personen zu. Das Paradebeispiel einer Reizfigur ist Uli Hoeneß. Nach der Verbüßung seiner Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung will er jetzt wieder Präsident bei den Münchenern werden.

Überraschend kommt die Comeback-Ankündigung von Hoeneß nicht. Seine Wahl dürfte bei der Jahreshauptversammlung im November nur Formsache sein. Die eingefleischten Bayern-Fans werden euphorisch darauf reagieren, die Kritiker weniger.

Gut, jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient. Doch gerade das Beispiel Hoeneß zeigt einmal mehr, dass der Sport in seiner eigenen Welt lebt und moralische Grundsätze oft keine Bedeutung haben. Dabei verwundert es, dass ausgerechnet Adidas-Chef Herbert Hainer, der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende des deutschen Fußball-Rekordmeisters, die Kandidatur unterstützt. Hainer müsste eigentlich wissen, dass hochrangige Politiker oder mächtige Manager aus der Wirtschaft schon wegen geringerer Vergehen in der Versenkung verschwanden.

Hoeneß hat sich große Verdienste um den FC Bayern erworben. Er hat den Verein über Jahrzehnte geprägt und zu dem gemacht, was er heute ist. Seine Comeback-Ankündigung hinterlässt aber einen faden Beigeschmack.

rudolf.gebert@derneuetag.de

Fußball

José Mourinho: Verrückter Markt

London. (dpa) Trainer José Mourinho hat im Zusammenhang mit der Rekordablösesumme von geschätzten 110 Millionen Euro für den bevorstehenden Wechsel von Paul Pogba zu Manchester United den Fußball-Markt als verrückt bezeichnet. "Wenn Sie mich fragen, ob ich denke, dass das viel Geld ist, denke ich, dass der Fußball verrückt ist, der Markt ist verrückt geworden", meinte der portugiesische Star-Trainer.

Pogba steht unmittelbar vor der Rückkehr zu ManUnited. Er hatte den Verein vor vier Jahren ablösefrei Richtung Juventus Turin verlassen. Nun soll der italienische Meister 110 Millionen Euro kassieren. Diese Rekordsumme könnte sich durch Erfolgsprämien Medienberichten zufolge noch auf 120 Millionen Euro erhöhen.

Als bislang teuerster Transfer gilt der Wechsel von Gareth Bale 2013 von Tottenham Hotspur zu Real Madrid. Die Königlichen sollen damals 100 Millionen Euro gezahlt haben.
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