Fußball
FC mit „hartem Hund“ und „wilder Sau“

Augsburg. Ein "harter Hund" soll Kölns Torjäger Anthony Modeste stoppen. Und auch vorne setzt der FC Augsburg auf tierische Akzente: Man könne in der Offensive ruhig mal "wilde Sau" spielen, verriet Flügelspieler Philipp Max eine Trainermaxime. Coach Dirk Schuster schmunzelte. "Hinten gelten ganz klare Regeln und Gesetze", erklärte der Trainer des schwäbischen Fußball-Bundesligisten. "Wilde Sau heißt da, auch mal vorne selber kreative Laufwege zu finden und zu machen, kein Schema F wird vorgeschrieben. Auch die individuelle Klasse kann man ein bisschen ausleben und sich selber ein bisschen verwirklichen."

Das Problem des FCA: Die Spieler, die dafür eigentlich eingeplant sind, fehlen größtenteils verletzt. "Wir haben nicht allzu viele Kreativspieler, die den Job vorne gelernt haben", sagte auch Schuster, aber ohne zu klagen. "Die Vorzeichen sind in vielerlei Hinsicht etwas schwierig. Aber wir haben auch gegen Hertha gezeigt, dass wir mit solchen Situationen umgehen können, dass wir sie meistern können."

Mit kaputter Nase dabei


Ein Paradebeispiel für den Willen ist Innenverteidiger Martin Hinteregger. Eine Woche nach seinem Nasenbeinbruch aus dem Hertha-Spiel will der Österreicher mit einer Schutzmaske im Gesicht unbedingt spielen. Und dabei trifft er auf Modeste, einen der Topstürmer der Liga. "Martin hat sich freiwillig gemeldet", sagte Schuster. "Er ist ein harter Hund. Er schont sich und den Gegner nicht, gibt immer Alles für sein Team." Wenn Hinteregger sein okay gibt, läuft er am Samstag (15.30 Uhr) auf.

Zwölf Tore hat Modeste auf seinem Konto. "Er trifft derzeit wie er will. Wir werden versuchen, diese individuelle Klasse irgendwie einzuschränken", sagte Schuster. Das kann Hinteregger nicht alleine schaffen. Einen "gesunden Mix aus brutaler Manndeckung sowie Raumdeckung und Übergabe" kündigte der frühere Kölner Profi Schuster an. Dazu sollen seine Akteure die gefürchteten Distanzversuche des Kölner Kunstschützen Marcel Risse verhindern.

Wie zuletzt fehlen beim FCA Raul Bobadilla, Alfred Finnbogason, Ja-Cheol Koo, Jan-Ingwer Callsen-Bracker und Jeffrey Gouweleeuw. Markus Feulner kam erkrankt als weiterer Ausfall dazu. Mit einem Einsatz von Torhüter Marwin Hitz rechnet Schuster trotz dessen Magen-Darm-Problemen. Seit fünf Spielen sind die Schwaben gegen die Rheinländer ungeschlagen. Beim 1:0 vor einem Jahr sorgte Hitz für Aufruhr, als er mit seinen Fußballschuhen am Elfmeterpunkt vorsätzlich ein Loch in den Rasen trat. Modeste rutschte danach bei der Ausführung des Strafstoßes aus und traf nicht. Das seien "kleine Scharmützel", die dazu gehörten, meinte Schuster vor der Partie beim Tabellenvierten.

21 Punkte zu viel


Dort litt Trainer Peter Stöger unter einem Infekt und musste in der Spielvorbereitung eine Pause einlegen. "Die 21 Punkte waren für meinen Körper zu viel, so dass er es nicht verkraftet hat", lautete die nicht ernst gemeinte Erklärung Stögers.
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