Fußball
Fifa reagiert gelassen

Zürich. Die Fifa hat nach der erneuten Verurteilung der schlechten Arbeitsbedingungen auf den WM-Baustellen in Katar durch Amnesty International auf eine Kritik an den Verhältnissen in dem Emirat verzichtet. Der Fußball-Weltverband sei sich der Risiken bewusst, denen die Arbeiter für das Turnier 2022 ausgesetzt seien, heißt es in einer Fifa-Mitteilung vom Donnerstag.

Starker Katalysator


Allerdings sei man zuversichtlich, dass die von den katarischen WM-Organisatoren angestrengten Maßnahmen eine gute Basis zur Überprüfung der Rechte der Arbeiter bieten. "Wir bleiben überzeugt, dass die einzigartige Anziehungskraft und Sichtbarkeit der Weltmeisterschaft weltweit ein starker Katalysator für signifikante Veränderungen ist", heißt es in der Mitteilung.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty hatte die Fifa erneut dazu aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass sich die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen verbessern. "Die Fifa muss sofort den Druck auf die katarische Regierung erhöhen", sagte die Katar-Expertin der Organisation in Deutschland, Regina Spöttl.

Daraufhin kündigte der Fußball-Weltverband an, die Regierungsautoritäten und andere Akteure weiter zu drängen, dass angemessene Arbeitsbedingungen zum Maßstab würden. Katar hatte zuletzt angekündigt, bis Ende 2015 international geltende Arbeitsreformen umzusetzen, um die Bedingungen für Wanderarbeiter zu verbessern.

Amnesty rechnet damit, dass die Zahl der Arbeitsmigranten auf den WM-Baustellen in den nächsten zwei Jahren auf rund 36 000 Menschen steigt. 90 Prozent der Arbeiter kommen Amnesty-Angaben zufolge aus südasiatischen Ländern wie Bangladesch, Indien und Nepal.

Zwangsarbeit


Sie seien einer Reihe von Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt, kritisierte Amnesty. In einigen Fällen müsse man von Zwangsarbeit sprechen. Den Wanderarbeitern würden bei Ankunft in dem Golfstaat die Pässe abgenommen, um zu verhindern, dass sie das Land vor Ablauf des Arbeitsvertrags verlassen. Amnesty prangert an, dass viele Bauarbeiter ihre Löhne erst mit monatelangen Verspätungen bekämen und häufig weniger Geld als vereinbart.
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