Fußball
Flucht kommt nicht in Frage

Noch hat Thomas Schaaf nicht aufgegeben. Er will alles versuchen, damit Hannover doch nicht absteigt. Bild: dpa

Hannover. Der Imageschaden für Club und Trainer ist bereits beträchtlich, doch eine sofortige Flucht kommt für Thomas Schaaf nicht in Frage. Der Coach des akut abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligaclubs Hannover 96 will die Mannschaft bis zum wahrscheinlich bitteren Ende betreuen. Am letzten Spieltag 14. Mai müssen die Niedersachsen beim FC Bayern München antreten - für Schaaf könnte es das letzte Spiel auf der 96-Bank werden.

"Ich bleibe bis zum Saisonende und bereite mich auf alle Partien vor", versicherte Schaaf am Donnerstag. Am Vortag hatten sich der 96-Trainer und die Vereinsführung darauf geeinigt, im Abstiegsfall die Zusammenarbeit in der 2. Liga nicht fortzusetzen. Diese Formulierung lässt auch den Schluss zu, dass Schaaf dann aufhört, wenn der Abstieg auch theoretisch nicht mehr zu verhindern ist.

Der frühere Meistertrainer von Werder Bremen verhehlte seinen Frust über die katastrophale Bilanz seiner Arbeit nicht. Seit seiner Verpflichtung in der Winterpause hat Hannover 96 neun von zehn Spielen verloren. Der Rückstand zum Relegationsplatz beträgt sieben Runden vor Schluss schon zehn Punkte. "Ich bin unzufrieden bis zum geht nicht mehr", bekannte der 54 Jahre alte Schaaf freimütig.

Er habe in den vergangenen Wochen alles versucht und viele Dinge ausprobiert. Die Wintertransfers, die sich fast alle als Flops erwiesen haben, seien mit voller Überzeugung erfolgt. Funktioniert hat so gut wie nichts. "Ich stelle mich der Kritik", sagte Schaaf.

An eine Aufgabe denkt er nicht. Vielmehr glaubt er trotz der schier aussichtslosen Lage weiterhin an die Rettung. "Wir haben eine minimale Chance, in der Liga zu bleiben", stellte der 96-Coach vor dem Heimspiel gegen den Hamburger SV am Samstag fest.

Längst werden in Hannover die Namen von möglichen Nachfolgern gehandelt. Mirko Slomka, Markus Kauczinski und Markus Gisdol stehen ziemlich weiter oben. "Ein Zeitfenster für die Trainersuche gibt es nicht", meinte Manager Martin Bader. Der Geschäftsführer und Clubchef Martin Kind, die mit Schaaf die merkwürdige Trennungsvereinbarung auf den Weg gebracht haben, sind für die Suche nach einem neuen Coach verantwortlich.
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