Fußball
Freude auf etwas Ruhe

Bayern-Torjäger Robert Lewandowski machte seinem Namen alle Ehre. Hier dreht er nach seinem Treffer zum 1:0-Sieg des FC Bayern in Köln jubelnd ab. Bild: dpa

Pep Guardiola wirkte nachdenklich. Das 1:0 der Bayern in Köln macht auch dem Starcoach deutlich, dass die verbleibende Saison kein Selbstläufer wird. Die Münchner freuen sich auf die Länderspielpause.

Köln. Die Terminhatz in Liga, DFB-Pokal und Königsklasse geht selbst am FC Bayern nicht spurlos vorüber. Vor dem Endspurt auf dem Weg zum angestrebten Triple sehnten die Münchner - erleichtert über die erfüllte Pflichtaufgabe in Köln - etwas Ruhe herbei. "Die Länderspielpause tut uns jetzt allen gut", sagte Nationaltorhüter Manuel Neuer nach dem 1:0-Erfolg beim 1. FC Köln.

Es tut sichtlich not. Der in Köln geschonte Thomas Müller machte offenkundig, dass die Unterbrechung höchst willkommen ist: "Der Körper kann mal eine Pause vertragen." Insgeheim jedoch scheint er nahtlos weitermachen zu wollen: "Der Geist will oft was anderes." Müller und Co. brennen innerlich, sie alle wollen Trainer Pep Guardiola mit dem Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokalsieg und Champions-League-Triumph verabschieden.

Der eine oder andere könne "jetzt mal regenerieren", pflichtete Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge bei. Philipp Lahm und Xabi Alonso haben beispielsweise keine Länderspiel-Verpflichtungen mehr, Arjen Robben hatte jüngst seine Nationalmannschaftsauftritte abgesagt, um sich auszukurieren. Jérôme Boateng treibt seine Reha voran, der genesene Javi Martínez kann im Training weitere Schritte auf dem Weg zur Rückkehr machen. In der Liga steht die nächste Partie am 2. April gegen Eintracht Frankfurt an.

Rummenigge erleichtert


Für Rummenigge war der Erfolg in Müngersdorf "ein schöner Abschluss dieser Woche". Bei ihm war die Erleichterung groß, dass die Münchner Profis nach dem 4:2-Verlängerungsdrama in der Königsklasse gegen Juventus Turin auch die Kraftprobe in Köln bestanden - wenngleich ohne Glanz.

Bayern-Starcoach Guardiola wirkte bei den vielen TV-Interviews nachdenklich. "Ich habe gemerkt, wie schwer es ist, den Titel zu verteidigen", bekannte der 45-Jährige. Sein Team indes bleibt auf Kurs, vor allem dank Robert Lewandowski: Der Pole traf vor 49 600 Zuschauern in der zehnten Minute entscheidend - sein 25. Treffer in dieser Spielzeit, persönliche Bestmarke für eine Bundesliga-Saison.

Und weil auch die Bayern-Defensive in Müngersdorf zum 17. Mal zu Null spielte, verteilte Guardiola anerkennende Worte: "Kompliment an meine Spieler" - zurecht. Denn mit dem 1:0 egalisierten die Bayern-Fußballer ihren Bundesligarekord aus den vorangegangenen drei Spielzeiten: Nach 27 Durchgängen stehen erst 13 Gegentore zu Buche.

Trotz 76,4 Prozent Ballbesitz blieb es bis zum Schluss gefährlich, weil die Kölner mutig alles nach vorn warfen und mehrfach vor dem Remis standen. Ruhe hatte das im Vergleich mit der Juve-Partie auf fünf Anfangspositionen veränderte Bayern-Starensemble in Köln nur in den ersten 45 Minuten. Das Kombinations- und Positionsspiel wurde nahezu perfekt zelebriert. Einziges Manko: Das zweite Tor fehlte. So blieb es bis zum Ende spannend, weil die Kölner mit aller Macht den Ausgleich wollten. "Schade. Wir waren so nah dran. Wir haben ihnen das Leben schwer gemacht", sagte Kölns Torhüter Timo Horn.
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