Fußball
Für Runjaic geht es um den Job

Ist es für Kosta Runjaic das letzte Spiel als Trainer des TSV 1860 München? Bei einer Pokal-Niederlage in Würzburg könnte der 45-Jährige seinen Job bei den "Löwen" los sein. Bild: dpa

Nach der jüngsten Pleitenserie geht es für 1860-Coach Runjaic in jedem Spiel auch um den Job. In der zweiten Pokalrunde bei den Würzburger Kickers muss er wieder mal seine Aufstellung ändern. Dem Trainerkollegen Hollerbach sind solche Krisenmomente aktuell fremd.

Würzburg/München. Von der aktuellen Ruhe und Gelassenheit rund um seinen Trainerkollegen Bernd Hollerbach kann 1860-Coach Kosta Runjaic derzeit nur träumen. Während nämlich Hollerbachs Würzburger Kickers einen unerwarteten Höhenflug in der 2. Fußball-Bundesliga hinlegen, steht der Münchner vor der Zweitrundenpartie im DFB-Pokal am Dienstag (18.30 Uhr) in Unterfranken schon extrem unter Druck. Kassieren die "Löwen" am Dallenberg die fünfte Pflichtspielniederlage in Serie, könnte Runjaic seinen Trainerjob los sein.

Vor der Abreise nach Würzburg richtete er bereits einen Appell an seine Schützlinge. "Ich hoffe, dass die Flutlichter in Würzburg genauso brennen wie meine Spieler", sagte er. Beim Gastspiel in Würzburg in der Liga hatte der TSV Anfang Oktober noch mit 0:2 verloren. Die Sechziger haben nach der jüngsten Talfahrt in der Liga bis auf den viertletzten Tabellenplatz einiges wiedergutzumachen. Und da zähle jede Partie, meint Runjaic. Personell müssen die von etlichen Verletzungen gebeutelten "Löwen" wieder umstellen. Der gerade erst genesene Rodnei fehlt wegen "muskulärer Probleme", wie Runjaic mitteilte. Dafür meldete sich Milos Degenek wieder fit.

Die Lage ist nicht nur für die "Löwen" angespannt. Auch die Bundesligisten Hamburger SV und Bayer Leverkusen wollen mit einem Erfolgserlebnis Selbstvertrauen für die nächsten Herausforderungen in der Fußball-Bundesliga sammeln. "Wir möchten unserer Favoritenrolle gerecht werden", sagte der allerdings gesperrte Bayer-Coach Roger Schmidt. Zum Auftakt der zweiten Runde tritt der Werksclub am Dienstag beim Drittligisten Sportfreunde Lotte an. Schmidt war am Montag vom Sportgericht des DFB nach seinem verbalen Ausraster im Spiel gegen Hoffenheim für zwei Spiele gesperrt worden. Außerdem muss er noch eine Geldstrafe von 15 000 Euro zahlen. Der Hallesche FC will am Dienstag die Verunsicherung beim Bundesliga-Schlusslicht Hamburger SV für eine Überraschung nutzen.

Mit neu gewonnenem Selbstvertrauen fährt der FC Ingolstadt zum Pokal-Gastspiel bei Eintracht Frankfurt. Nach dem 3:3 in der Fußball-Bundesliga gegen Borussia Dortmund verspricht Trainer Markus Kauczinski jedenfalls ein intensives Match. "Wir werden den Pokal genauso angehen wie die Meisterschaft", sagte der Coach.

Pokalverteidiger FC Bayern München peilt am Mittwoch (20.45 Uhr/ARD und Sky) den Einzug ins Achtelfinale an. 16 von 18 Erstligisten stehen in Runde zwei des DFB-Pokals. Dazu 13 Zweitligisten, die Drittliga-Teams Lotte und Halle sowie der FC Astoria Walldorf aus der Regionalliga Südwest. Insbesondere die kleineren Vereine freuen sich über die willkommene Zusatzeinnahme von 310 000 Euro, die der DFB in der zweiten Runde für die teilnehmenden Clubs ausschüttet. Im Achtelfinale gibt es schon 630 000 Euro.

Würzburg. Trainer Bernd Hollerbach vom Zweitligisten Würzburger Kickers zieht es nach der Karriere im Fußball in ein bodenständigeres Metier. Dem "Kicker" erzählte der 46-Jährige, dass er irgendwann die Metzgerei seines Vaters übernehmen werde. Dieser habe zwar noch einige Jahre im Betrieb vor sich. Aber danach "steige ich ein, ja", meinte Hollerbach. "Ich bin der einzige Sohn, und schon der Großvater wollte, dass ich einmal das Geschäft übernehme", sagte der gelernte Metzger. "Wenn man mal gelernt hat, wie schwer hundert Mark zu verdienen sind, dann hilft einem das dabei, bodenständig zu bleiben."

Ich hoffe, dass die Flutlichter in Würzburg genauso brennen wie meine Spieler.Kosta Runjaic, Trainer des TSV 1860 München
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