Fußball
Fußball-Trainer Eckhard Krautzun feiert am Mittwoch seinen 75. Geburtstag

32 Stationen in 11 verschiedenen Ländern: Das ist die Vita des deutschen Fußball-Trainers Eckhard Krautzun. Er war Nationaltrainer von Kenia, Tunesien, den Philippinen oder Kanada. Und er reist noch immer durch die Welt.

Heppenheim. Einmal war Eckhard Krautzun sogar zu Gast beim Kaiser von Äthiopien. Der deutsche Fußball-Trainer - Beiname Weltenbummler oder Kosmopolit - trainierte in den 70er-Jahren die Nationalmannschaft von Kenia und ein wichtiges Spiel in Äthiopien lief leider völlig aus dem Ruder. "Wir gingen mit 1:0 in Führung und danach fingen die Ausschreitungen an", erinnert sich Krautzun.

"Die Zuschauer rissen die Zäune nieder, ich wurde von einem Stein am Kopf getroffen, selbst das Orchester am Spielfeldrand schlug mit seinen Trommelstöcken auf unsere Spieler ein." Die Partie wurde abgebrochen und die meisten Kenianer inklusive Krautzun saßen am Abend mit Kopfverbänden im Hotel. "Dann kam ein Mann in Uniform und sagte mir, seine Hoheit Kaiser Haile Selassie lädt uns in seinen Palast ein, um daraus nicht eine diplomatische Krise werden zu lassen. Wir sind dort wie Staatsgäste empfangen worden."

An diesem Mittwoch, 13. Januar, wird Krautzun 75 Jahre alt, er kann solche Anekdoten tagesfüllend erzählen. In seiner Vita stehen 32 Stationen in 11 verschiedenen Ländern.

Der Mann aus Heppenheim an der Bergstraße hat Diego Maradona trainiert, als der für viel Geld zu einem Jubiläumsspiel des saudischen Clubs al-Ahli Dschidda eingeflogen wurde. Er ist seit fast 40 Jahren mit Sir Alex Ferguson befreundet, weil sich beide mal bei einem Lehrgang in England kennengelernt haben.

Aufstieg mit den "Löwen"


Wenn man Krautzun nach seinem größten Erfolg als Trainer fragt, dann erzählt er nicht vom Bundesliga-Aufstieg mit 1860 München (1979), dem DFB-Pokalsieg mit dem 1. FC Kaiserslautern (1996) oder der WM-Qualifikation mit Tunesien (2001) - sondern von einem Job als National-coach der Philippinen im Jahr 1992. "Dort hatte ich zwei Monate Zeit, um eine Mannschaft für die Südostasien-Spiele aufzubauen. Einige Spieler hatten keine Fußballschuhe, die Mannschaft verlor ihre Spiele vorher meist 8:0 bis 10:0. Doch dann haben wir das Wunder geschafft und sind bis ins Halbfinale gekommen."

Seit 15 Jahren arbeitet der Globetrotter nicht mehr als Trainer. Seinen Geburtstag feiert er in dieser Woche trotzdem wie auf der Durchreise. Noch bis zum Dienstag ist er in der Türkei und besucht mehrere Bundesliga-Clubs in ihren Trainingslagern. Gleich nächste Woche geht es dann weiter nach China, wo er noch immer drei- bis viermal im Jahr Sportlehrer und Nachwuchstrainer schult. Im Auftrag des DFB bildet er auch hier noch regelmäßig Trainer aus Entwicklungsländern aus. Für die Uefa arbeitet er als Referent.
Weitere Beiträge zu den Themen: Eckhard Krautzun (1)Diego Maradona (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.