Fußball
Fußball-Weltverband fordert Millionen zurück

Die Fifa will das Geld zurück, und wir sind entschlossen, es zu bekommen, egal, wie lange es dauern wird.

Zürich. (dpa) Die Fifa holt im Korruptionsskandal zum juristischen Gegenschlag aus. Beim Versuch einer Imagekorrektur unter dem neuen Präsident Gianni Infantino fordert der Fußball-Weltverband von den Beschuldigten der US-Ermittlungen eine hohe Millionen-Entschädigung und erkennt erstmals einen Stimmenkauf bei WM-Vergaben an.

Der bei den amerikanischen Behörden eingereichte Antrag richte sich gegen 41 frühere Fifa-Offizielle und Fußball-Funktionäre, teilte die Fifa am Mittwoch mit. Darunter sind die ehemaligen Vizepräsidenten Jack Warner und Jeffrey Webb sowie die früheren Exekutivkomitee-Mitglieder "Chuck" Blazer und Ricardo Teixeira. "Die Fifa will das Geld zurück, und wir sind entschlossen, es zu bekommen, egal, wie lange es dauern wird", betonte Infantino. Die US-Behörden haben bislang bereits mehr als 190 Millionen US-Dollar (171,5 Millionen Euro) von Angeklagten beschlagnahmt.

Der Weltverband geht aufgrund der Ermittlungen der US-Justiz und eigener Untersuchungen davon aus, dass die Beschuldigten mindestens mehrere Dutzend Millionen US-Dollar illegal via Bestechung, Schmiergeld oder anderer Korruptionsmechanismen umgeleitet haben. Ex-Fifa-Chef Joseph Blatter und Uefa-Präsident Michel Platini, beide für sechs Jahre gesperrt, stehen nicht auf der Liste - sie sind nicht in den USA angeklagt.

Der Weltverband sieht sich als Opfer und kämpft darum, dass die US-Ermittler ihr diesen Status zuerkennen. Opfer eines Verbrechens können nach US-Recht von Verurteilten Entschädigung verlangen. "Die überführten Angeklagten haben ihre Positionen des Vertrauens, die sie bei der Fifa und anderen internationalen Fußball-Organisationen innehatten, missbraucht und haben der Fifa und der Fußball-Gemeinschaft schweren und dauerhaften Schaden zugefügt", begründete Blatter-Nachfolger Infantino den Schritt.

In dem 22-seitigen Schreiben gibt die Fifa erstmals öffentlich zu, dass es bei den Vergaben der Weltmeisterschaften 1998 und 2010 zu Stimmenkauf gekommen ist. Es sei nun offenkundig, dass mehrere Mitglieder des damaligen Fifa-Exekutivkomitees ihre Position missbraucht und ihre Stimmen bei mehreren Gelegenheiten verkauft hätten, schreibt der Weltverband. Von Warner verlangt der Weltverband 4,462 Millionen US-Dollar, bei Blazer geht die Fifa von einer Schadenshöhe von 5,374 Millionen aus. Insgesamt seien mindestens 28,224 Millionen an Aufwandsentschädigungen oder Gehältern unrechtmäßig an die Angeklagten geflossen - die Summe könne im Zuge der Ermittlungen aber noch steigen.
Die Fifa will das Geld zurück, und wir sind entschlossen, es zu bekommen, egal, wie lange es dauern wird.Fifa-Präsident Gianni Infantino
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