Fußball
Großes Rätselraten um Frankreichs System

Clairefontaine. Auch Fußball-Frankreich brütet über der S-Frage vor dem Halbfinal-Kracher gegen Deutschland. "Ich weiß nicht, welches System er wählen wird", beteuerte Mittelfeldspieler Moussa Sissoko zwei Tage vor dem Duell im Stade Vélodrome über Didier Deschamps' Strategiepläne gegen den Weltmeister. 4-2-3-1 oder 4-3-3 - das ist die Frage der Franzosen. Davon hängt auch ab, ob Sissoko mit seiner Athletik und Dynamik im rechten Mittelfeld spielen wird. Auch wenn er vor zwei Jahren im WM-Viertelfinale gegen die deutsche Mannschaft gar nicht zum Einsatz gekommen ist, treiben den 26-Jährigen von Newcastle United doch Revanchegelüste um: "Wir haben diese Niederlage nicht vergessen."

Mit Heimvorteil


Die Chancen beziffert er am Dienstag bei einer Pressekonferenz im EM-Camp des Gastgebers in Clairefontaine auf "50:50. Deutschland ist der Weltmeister. Sie haben starke Leistungen gezeigt, wie wir auch. Wir spielen aber zu Hause, vor unseren Zuschauern." Und vor allem spielen sie in Marseille. Schon 1984 beim EM-Titel im eigenen Land führte der Weg über das Stade Vélodrome in der Hafenstadt. Michel Platini erzielte damals in der vorletzten Minute den 3:2-Siegtreffer gegen Portugal.

Seit 58 Jahren warten


Am Donnerstag gilt es einen 58 Jahre alten Bann zu brechen: Solange warten die Franzosen in einer K.-o.-Phase auf einen Sieg gegen Deutschland. "Les Bleus haben keine Angst mehr vor den Deutschen", sagt Verbandschef Noël Le Graët der Sportzeitung "L 'Equipe", der Rest liege im Bereich des Unvorhersehbaren.

Wie auch Frankreichs Aufstellung. Gegen Island zeigten die Franzosen im 4-2-3-1-System ihre bislang beste Turnierleistung, nachdem sie in derselben Ausrichtung das 0:1 gegen Irland in ein 2:1 verwandelt hatten. Adil Rami in der Innenverteidigung und N'Golo Kanté im Mittelfeld stehen nach ihren Gelb-Sperren wieder zur Verfügung. Letztgenannter wurde mit Leicester City englischer Meister und könnte sich auch um Mesut Özil vom FC Arsenal kümmern. Das allerdings würde bedeuten, dass die Franzosen doch eher im 4-3-3-System spielen, in dem sie lediglich drei ihrer elf Tore bisher erzielten.
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