Fußball
Großkreutz blendet Gefühle aus

Kevin Großkreutz (rechts, daneben Georg Niedermeier) ist beim VfB Stuttgart angekommen: Das BVB-Urgestein trifft im DFB-Pokal-Viertelfinale auf seine Ex-Mannschaftskollegen und will dabei "alles reinhauen". Bild: dpa

Erstmals seit seinem Abschied im Sommer spielt der eingefleischte Dortmunder Kevin Großkreutz gegen seinen Herzensclub BVB. Im Pokal-Viertelfinale will der Weltmeister nun "alles reinhauen", damit sein neuer Verein VfB Stuttgart weiterkommt.

Stuttgart. So wie Kevin Großkreutz fiebert beim VfB Stuttgart sicher kein anderer dem Pokal-Hit gegen Borussia Dortmund entgegen. "Ich brenne und freue mich", sagt der Winterzugang des schwäbischen Fußball-Bundesligisten vor dem Viertelfinale gegen seinen Ex-Club. "Für mich ist das ein ganz besonderes Spiel, das ist kein Geheimnis." Dortmund und der BVB waren und bleiben Großkreutz' große Liebe. "Ich habe 27 Jahre dort gelebt. Das ist immer mein Zuhause." Aber in Stuttgart fühle er sich auch schon "sehr wohl", schob er sofort nach.

Einer von der Südtribüne


An diesem Dienstag (20.30 Uhr/ARD und Sky) spielt der Ur-Dortmunder nun erstmals auf großer Bühne gegen seinen Herzens-Verein. Zweimal holte der vielseitig einsetzbare Weltmeister mit den Schwarz-Gelben den deutschen Meistertitel, 2012 beim Double auch den DFB-Pokal. "Für Kevin, uns und die Fans wird es ein ganz eigenes Gefühl. Das hat es noch nie gegeben, dass einer von der Südtribüne gegen den BVB spielt", betonte auch Dortmunds Kapitän Mats Hummels.

In Torwart Mitchell Langerak steht allem Anschein nach auch der zweite Ex-Borusse im VfB-Kader auf dem Platz. "Die Entscheidung ist noch nicht zu 100 Prozent getroffen. Aber vielleicht werden wir auf der Torwartposition wechseln", sagte Trainer Jürgen Kramny am Montag und sprach von "zwei, drei Änderungen in der Startformation".

Großkreutz ist davon sicher nicht betroffen. Die emotionale Vergangenheit beim BVB will er an diesem Pokalabend komplett ausblenden. "Jetzt spiele ich für den VfB. Da werde ich alles geben, da werde ich alles raushauen", verspricht er. "Auf dem Platz kenne ich keine Freunde." Das gilt auch für seine alten BVB-Kumpels, mit denen immer noch intensiver und inniger Kontakt besteht. "Da wird noch geschrieben", berichtete der 27-Jährige über regen SMS-Austausch vor dem Anpfiff dieser ganz besonderen Begegnung.

Superschwerer Gegner


Der BVB ist für Großkreutz "natürlich Favorit". Dortmund sei "ein Weltklasseteam. Nicht umsonst sind sie Zweiter", sagte er, räumte seinem neuen Club aber durchaus Chancen ein. Auch Thomas Tuchel rechnet mit einem harten Kampf im mit erwarteten 50 000 Zuschauern nicht ausverkauften Stuttgarter Stadion. "Das ist national mit das schwerste Team, gegen das man im Moment spielen kann", meinte Dortmunds Trainer in Bezug auf die VfB-Serie von sieben Spielen ohne Niederlage und vier Siegen am Stück. "Ein superschwerer Gegner, ein superschweres Los." Zu Kramnys Einstand gab es im November ein 1:4 in Dortmund, seither aber ist Stuttgart ungeschlagen.
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