Fußball
Hasenhüttl sagt „Servus“

Ralph Hasenhüttl will zum Ende der Saison die Ingolstädter verlassen. Zwar ist noch nicht klar wohin, aber Leipzig gilt als Favorit des Österreichers. Bild: dpa

Ralph Hasenhüttl erklärt seinen Abschied - nach Leipzig? Der Österreicher hat ein Angebot des FC Ingolstadt abgelehnt und will den Verein noch in diesem Sommer verlassen. Einen Wechsel des Aufstiegshelden wollen sich die Oberbayern teuer bezahlen lassen.

Ingolstadt. Jetzt ist der Weg zu RB Leipzig geebnet: Nach dem "Servus" von Ralph Hasenhüttl beim FC Ingolstadt geht es wohl nur noch um eine üppige Ablöse für den begehrten Trainer. Der Österreicher hat bei den Oberbayern nicht nur eine vorzeitige Verlängerung seines bis Sommer 2017 gültigen Vertrags ausgeschlagen, sondern will den Verein nach eigenem Bekunden bereits nach dieser Spielzeit verlassen. Die knapp dreijährige Ära Hasenhüttl endet in Ingolstadt immerhin mit einem sportlichen Erfolg, dem Klassenverbleib in der Bundesliga.

Leipzig der Favorit


Als Favorit auf die Verpflichtung des 48-jährigen Hasenhüttl gilt der wahrscheinliche Bundesliga-Aufsteiger aus Leipzig. Der finanzstarke Club, zu dem Hasenhüttl schon Kontakt hatte, könnte als weiterer Karriereschritt in seine Vita eingehen. Ein Treffen zwischen Hasenhüttl und dem jetzigen RB-Trainer Ralf Rangnick hatte vor zwei Wochen für Ärger zwischen den beiden Vereinen gesorgt. Sollte Leipzig tatsächlich Hasenhüttls Wunschlösung sein, müssten sich die Vereine nun über eine entsprechende Ablöse einigen.

Sollte dies nicht gelingen, geht Sportdirektor Thomas Linke von einer Fortsetzung der Zusammenarbeit aus - wenngleich diese überaus schwierig werden würde. "Für diesen Fall sind wir der Überzeugung, dass Ralph sein letztes Vertragsjahr mit der für ihn gewohnten Professionalität und damit auch erfolgreich erfüllen wird", sagte Linke am Dienstag. Auch falls der FCI "keinen geeigneten Nachfolger" finde, müsse Hasenhüttl bleiben, sagte Linke. Dass man den wechselwilligen Österreicher, der in den vergangenen Tagen bereits offen mit seinem Abschied kokettiert hatte, dann aber tatsächlich halten würde, ist unwahrscheinlich.

"Bis zum heutigen Zeitpunkt haben wir vollumfänglich mit Ralph Hasenhüttl geplant", sagte Geschäftsführer Harald Gärtner. Eine "Umstrukturierung" habe "einen hohen Preis", fügte Gärtner mit Blick auf die Ablöse an. Es wird wohl um eine siebenstellige Ablösesumme gehen. "Für uns ist Ralph sehr wichtig. Der andere Verein müsste das wertschätzen können", verdeutlichte Sportdirektor Linke die Erwartungen.

Noch kein Verein gemeldet


Der ehemalige Bayern-Profi stellte aber klar, dass sich bislang noch kein Verein bei ihm gemeldet habe. Die Verantwortlichen von RB Leipzig hatten betonte, die Trainerfrage erst dann klären und verkünden zu wollen, wenn der erwartete Aufstieg in die Bundesliga feststeht. Eine avisisierte Zusammenarbeit mit Augsburgs Coach Markus Weinzierl kam nicht zustande. Drei Spiele vor dem Ende der Saison steht Leipzig auf Rang zwei, vier Punkte vor dem 1. FC Nürnberg. "Ralph hat uns informiert, dass ein Verein auf uns mit einem entsprechenden Angebot zukommen wird", sagte Linke.

Der FC Ingolstadt hingegen muss die Planung für die Zeit nach Hasenhüttl vorantreiben. "Wir wollen einen geeigneten Trainer finden, der mit uns die reizvolle Herausforderung angeht, den Verein in der Bundesliga zu etablieren", erklärte Linke.
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