Fußball
"Heißer Herbst" für DFB-Team

Kurz nach der Ankunft in Hamburg absolvierte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft die erste Trainingseinheit. In der WM-Qualifikation trifft das DFB-Team am Samstag auf Tschechien und am Dienstag auf Nordirland. Bild: dpa

Die Bundesliga reizt Joachim Löw als Arbeitsplatz nicht mehr. Der Bundestrainer hat aktuell nur die WM 2018 im Kopf. Gegen Tschechien und Nordirland soll der Weltmeister "weiter wachsen". Ein Rückkehrer wird besonders herzlich willkommen geheißen, fehlt aber im Training.

Hamburg. Joachim Löw hatte keine Zeit zu verlieren. Nach der Ankunft am Hamburger Teamhotel tauschte der Bundestrainer seine modische schwarze Lederjacke rasch gegen die DFB-Dienstkleidung und richtete gemeinsam mit Teammanager Oliver Bierhoff den Fokus auf die Sechs-Punkte-Vorgabe in den WM-Qualifikationsspielen gegen Tschechien und Nordirland. "Wir wollen unsere Klasse demonstrieren und die Gruppe souverän anführen", verkündete Bierhoff zur Zielsetzung.

Erst Mittwochmittag mussten die 21 Spieler anreisen, wenige Stunden später standen sie mit Ausnahme des erkälteten Ilkay Gündogan schon auf dem Trainingsplatz. Der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler blieb bei dem frischen Herbstwetter im Hotel. "Diese Woche reichen mir drei Trainingseinheiten", sagte Löw zum ungewohnt späten Beginn der Vorbereitung auf ein wichtiges Punktspiel. Nach "vielen englischen Wochen" setzt der Weltmeister-Coach am Samstag (20.45 Uhr/RTL) gegen die Tschechen auf physisch und mental erholte Akteure.

"Viele Spieler sind in der Champions-League beansprucht, haben ein langes Programm. Wir haben uns gedacht, dass es besser ist, wenn die Spieler noch einen Tag durchschnaufen können", begründete Bierhoff die Maßnahme der Sportlichen Leitung. Die kürzere Spielvorbereitung betrachtet Bierhoff nicht als Handicap: "Die Spieler kennen sich, sie kennen das taktische System. Und da ist es wichtiger, hier in einer kurzen, intensiven Zeit die Sachen einzuspielen."

Team soll weiter wachsen


Das von Kapitän Manuel Neuer angeführte Team soll mit Leistung und zwei Siegen für den zusätzlichen freien Tag zurückzahlen. "Ein heißer, wichtiger Herbst", stehe an, betonte Bierhoff. Das 3:0 in Norwegen gilt als Richtgröße. "Der Start war sehr gut, nicht nur vom Ergebnis, sondern auch von der Art, wie wir das Spiel angegangen sind", sagte Bierhoff: "Es geht nicht nur darum, drei Punkte zu holen. Man will auch zeigen, dass man Richtung WM 2018 weiter wachsen und die stärkste Mannschaft der Welt sein will."

Die erfolgreiche Titelverteidigung in Russland bleibt das zentrale Projekt. Es ist auch für Löw der ultimative Antrieb. In Interviews mit der Funke Mediengruppe und dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sinnierte der 56-Jährige vor seinen Länderspielen 140 und 141 über seine Zukunft. Die Kernbotschaft lautet: Der Bundestrainer-Posten erfüllt ihn auch nach dem zehnjährigen Dienstjubiläum. Das stressige Tagesgeschäft im Verein lockt den Weltmeister-Coach zumindest in Deutschland nicht mehr. "Stimmt", antwortete Löw auf die Feststellung, dass er nie mehr einen Bundesliga-Club trainieren werde.

Als Nationaltrainer dagegen verspürt er bei sich "keinerlei Abnutzungserscheinungen". Sein Blick richtet sich ganz auf die nächste WM. "Ich habe eine hohe Grundmotivation in mir. Für mich ist 2014 ein Ansporn. Ich will diesen Titel verteidigen", sagte Löw.

Wir wollen unsere Klasse demonstrieren und die Gruppe souverän anführen.Teammanager Oliver Bierhoff
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