Fußball
Hitziges Topspiel

Heiße Zweikämpfe um jeden Ball, wie hier der Dortmunder Sven Bender (gelb) gegen den Berliner John Brooks, kamen die Zuschauer geboten. Die Partie endete 1:1. Bild: dpa

Am Ende wurde es unnötig brisant. Beim turbulenten 1:1 zwischen dem BVB und Hertha fliegen kurz vor Schluss zwei Spieler vom Platz. Die Borussia sichert sich einen Vereinsrekord, die Hertha verteidigt den zweiten Platz in der Tabelle.

Dortmund. Pierre-Emerick Aubameyang hat Borussia Dortmund in einem hitzigen Spitzenspiel vor einer Heimpleite bewahrt und dem BVB einen Vereinsrekord gesichert. Dank seines späten Ausgleichstreffers (80. Minute) kam die Borussia am Freitagabend zu einem 1:1 (0:0) gegen Hertha BSC und blieb damit auch im 25. Bundesliga-Heimspiel in Serie ungeschlagen. Valentin Stocker (51.) hatte die Hertha vor 80 800 Zuschauern zuvor in Führung geschossen, Aubameyang (77.) nur drei Minuten vor seinem Ausgleich einen Elfmeter vergeben. Emre Mor (84.) und später auch Stocker (90.) schickte Schiedsrichter Patrick Ittrich wegen einer Tätlichkeit beziehungsweise eines groben Foulspiels mit Roten Karten vom Platz.

"Das war Männerfußball"


"Für die Fans war es ein schönes Spiel. Das war Männerfußball, viele Zweikämpfe, ich mag sowas", sagte Hertha-Coach Pal Dardai im Anschluss. BVB-Mittelfeldspieler Sebastian Rode wirkte dagegen unzufrieden. "Wir haben noch nie so zusammengespielt. Wir wissen, dass wir es alle besser können."

Sein Trainer Thomas Tuchel hatte die Partie notgedrungen mit der drittjüngsten Startelf in Bundesliga-Historie des BVB begonnen. Die Stammkräfte Sokratis, Raphael Guerreiro und Lukasz Piszczek waren allesamt verletzt von ihren Länderspielreisen zurückgekehrt - und hatten die Verletztenliste des Vizemeisters damit auf zehn Spieler erhöht. Die Ausfallmisere beförderte den 20 Jahre alten Spanier Mikel Merino in die Innenverteidigung und zu seinen ersten Pflichtspielminuten im BVB-Trikot. Auch wegen Merino hatte die erste Elf des BVB am Freitagabend ein Durchschnittsalter von 22 Jahren und 337 Tagen.

Fünf Tage vor dem Champions-League-Spiel bei Sporting Lissabon verfing sich Tuchels Mannschaft oft im eigenen Ballbesitzspiel. Der BVB machte das Spiel, Hertha verteidigte kompakt - und schockte die Gastgeber kurz nach dem Seitenwechsel. Nach einem Einwurf in der BVB-Hälfte kam der Ball zu Vedad Ibisevic, der per Hacke die gesamte Innenverteidigung der Dortmunder ausspielte und auf Stocker weiterleitete, der eiskalt ins rechte Eck schob. Anschließend versuchte Tuchel mit einem Doppelwechsel das lahmende Offensivspiel seines Teams zu beleben.

Für den schwachen Mario Götze kam Shinji Kagawa, für Sebastian Rode schickte er Ousmane Dembélé aufs Feld. Vor allem der 19 Jahre alte Dembélé war für die im Anschluss Hertha kaum zu greifen, auch Kagawa war am Aufbäumen des BVB beteiligt. Einen Schuss des Japaners wehrte Genki Haraguchi im Strafraum mit dem Arm ab, was zum Elfmeter führte. Doch den schwach geschossenen Strafstoß von Aubameyang (77.) wehrte Hertha-Torhüter Rune Jarstein ab.

Nur drei Minuten später machte es der Gabuner besser und verwertete eine flache Flanke von Dembélé zum verdienten Ausgleich.
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