Fußball
Hummels unter Druck

Champions-League-Finale 2013 verloren, in den DFB-Pokalfinals 2014 und 2015 unterlegen: In seinen letzten drei Endspielen hatte Mats Hummels keinen Grund zum Jubeln. Das soll sich am Samstag ändern. Bild: dpa

Er stand bereits in einem Champions-League-Finale und in einem WM-Endspiel. Doch der Pokal-Showdown am Samstag gegen den FC Bayern ist für den aus Dortmund scheidenden Mats Hummels das wohl schwerste Spiel seiner Karriere.

Dortmund. Noch einmal um den Borsigplatz! Mats Hummels träumt von einem rauschenden Abschied aus Dortmund. Am Tag nach dem Pokalfinale gegen den FC Bayern in Berlin will der Weltmeister eine umjubelte Runde um die Kultstätte des BVB drehen: "Am liebsten auf einem Bus, bei einer achtstündigen Fahrt durch die Stadt". In der Nacht zuvor würde er gern den Wunsch von Vereinspräsident Reinhard Rauball erfüllen, dass "Mats volltrunken mit dem Pokal im Arm einschläft". "Das ist der Plan und wäre ein sehr schöner Schlussakt", scherzte Hummels,

Doch so locker wie es scheint, geht der Dortmunder Abwehrchef nicht in die Partie am Samstag (20.00 Uhr/ARD und Sky) . Schließlich wird er künftig das Trikot des Gegners tragen. "Ich muss nicht lange darum herumreden, dass es für mich eine große Drucksituation wird", gestand Hummels, "jeder Fehler wird seziert." Nicht zuletzt deshalb hat er sich für sein letztes schwarzgelbes Hurra viel vorgenommen: "Ich hoffe, dass es nach dem Spiel keinen Grund gibt, Sätze rauszuhauen, wie: Der hat nicht alles gegeben, der war gedanklich schon woanders."

Hans-Joachim Watzke hat keine Zweifel, dass der Routinier die Aufgabe meistert. "Wer in Rio dem Druck gegen Argentinien standhält, der hält auch dem Druck in einem Pokalfinale stand", sagte BVB-Geschäftsführer der dem "Kicker" (Donnerstag).

"Fair Play" im Vordergrund


Ähnliche Töne gab es selbst aus den Reihen des künftigen Arbeitgebers. "Ich kann ihm nur empfehlen, alles zu tun für den Club, bei dem er bis 30. Juni unter Vertrag steht. Das ist seine Aufgabe, seine Verpflichtung. Das ist Teil des Fair Plays im Fußball", sagte Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge.

Ein Sieg könnte helfen, die Wogen zu glätten, die der bevorstehende Wechsel in Dortmund ausgelöst hat. Nach drei verlorenen Endspielen mit dem BVB in den vergangenen Jahren in der Champions-League (2013) und im Pokal (2014 und 2015) verspürt Hummels große Sehnsucht: "Wir wollen nach langer titelloser Zeit endlich mal wieder einen Titel holen. Das ist für uns alle sehr wichtig." Besonders gern denkt der 27-Jährige an das 5:2 vor vier Jahren in Berlin gegen die Bayern zurück: "Das Gefühl ist unersetzlich, ein Finale zu gewinnen. Wir haben noch die schönen Bilder im Kopf von 2012."

Bei aller Vorfreude auf das Duell mit den Bayern würde sich Hummels ein Szenario jedoch gern ersparen: Dass es nach 120 Minuten zu einem Elfmeterschießen kommt. Die Stirn in Falten erinnerte er an einen historischen Fehlschuss vom Punkt in einem Pokalfinale: "Ich weiß, da war 1984 Lothar Matthäus vor seinem Wechsel von Mönchengladbach nach München. Da liegen 20 Tonnen auf den Schultern."
Da liegen 20 Tonnen auf den Schultern.Mats Hummels über ein mögliches Elfmeterschießen
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