Fußball
Humpelnd ins Schlüsselspiel

Mit Marco Reus (links) und André Schürrle kann BVB-Trainer Thomas Tuchel immer noch nicht planen. Die Liste der Ausfälle ist aber beim Gastspiel in Lissabon noch viel länger. Bild: dpa

Lissabon. Thomas Tuchel fühlte sich an seine Zeit als Trainer der Mainzer Jugend erinnert. Fünf Spieler von Borussia Dortmund, die den Flieger nach Portugal bestiegen, waren jünger als 20 Jahre. Verletzungssorgen zwingen den BVB-Coach im Schlüsselspiel der Champions-League bei Sporting Lissabon am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) erneut zu einer radikalen Verjüngung des Kaders. Angesichts dieses Handicaps quittierte Sportdirektor Michael Zorc die scherzhafte Frage, ob er seine Fußball-Schuhe im Gepäck habe, mit einem gequälten Lächeln. "Das würde nicht helfen."

Ähnlich wie Zorc verzichtete auch Tuchel auf Wehklagen: "Es gilt das volle Vertrauen für alle, die spielen." Für die Personalmisere mit derzeit neun angeschlagenen Spielern hat der Coach keine Erklärung: "Es gibt nicht den einen Grund. Jede Verletzung muss individuell betrachtet werden. Aber das ist in dieser Dichte ungewöhnlich, das haben wir so noch nicht erlebt." Unabhängig vom hohen Krankenstand erwartet er eine schwere Aufgabe: "Sporting ist sehr robust und stark, eine Mannschaft ohne große Schwächen."

Das Verletzungspech trifft den BVB zur Unzeit. Denn nach Einschätzung von Zorc fällt in den beiden Duellen mit den Portugiesen die Entscheidung, wer es in die K.-o.-Runde des Wettbewerbs schafft. Der 54 Jahre alte Sportdirektor machte eine einfache Rechnung auf: "Real wird sich am Ende durchsetzen. Dann geht es darum, wer im Vergleich mit Lissabon die stärkere Mannschaft ist."

Gute Ausgangslage


Noch befindet sich der BVB nach dem 6:0 bei Legia Warschau und dem 2:2 gegen Real Madrid in einer guten Ausgangslage. "Wir sind Erster in der Gruppe. Das wollen wir auch bleiben und zurück auf die Siegerstraße", sagte Torhüter Roman Bürki. Doch wie knifflig es ist, mit Youngstern wie Emre Mor, Ousmane Dembélé, Christian Pulisic und Felix Passlack den eigenen Ansprüchen zu genügen, bekam der BVB schon beim 1:1 am vorigen Freitag gegen Hertha BSC zu spüren. Hinzu kommen die Langzeitausfälle Sven Bender, Erik Durm und Marco Reus. Auch André Schürrle, Raphael Guerreiro, Gonzalo Castro, Marcel Schmelzer und Adrian Ramos stehen nicht zur Verfügung. Immerhin kann Tuchel auf das Comeback von Lukasz Piszczek und Sokratis hoffen. "Die Chancen auf ihren Einsatz sind deutlich gestiegen." Zudem signalisierte Marc Bartra Einsatzbereitschaft.

Unabhängig von der langen Ausfallliste erwartet der BVB-Coach eine schwere Aufgabe: "Sporting ist sehr robust und individuell sehr stark, eine Mannschaft ohne große Schwächen."

Es gibt nicht den einen Grund. Jede Verletzung muss individuell betrachtet werden. Aber das ist in dieser Dichte ungewöhnlich, das haben wir so noch nicht erlebt.BVB-Trainer Thomas Tuchel
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