Fußball
Jeder hat so seine Macken

Das Jackett muss sitzen beim walisischen Trainer Chris Coleman (links). Und auch Bundestrainer Joachim Löw schwört auf seinen Kaschmir-Pullover. So einige Spieler und Trainer der Europameisterschaft sind dem Aberglauben verfallen. Bild: dpa
 
Das Jackett muss sitzen beim walisischen Trainer Chris Coleman (links). Und auch Bundestrainer Joachim Löw schwört auf seinen Kaschmir-Pullover. So einige Spieler und Trainer der Europameisterschaft sind dem Aberglauben verfallen. Bild: dpa

Vor dem Kräftemessen im Viertelfinale halten sich Europas Fußball-Schwergewichte auch an Ritualen fest. Ein englischer Löwe und der spanische Kurzhaarschnitt brachten hingegen kein Glück.

Paris. Den vierten Weltmeister-Pokal hat Joachim Löw mit der deutschen Nationalmannschaft 2010 nicht gewonnen, Kultstatus hat sein Glücksbringer trotzdem gebracht - und jede Menge Geld.

Blauer Kaschmir-Pullover


Der blaue Kaschmir-Pullover, den der Bundestrainer bei der Fußball-WM in Südafrika trug, begleitete die DFB-Elf bis ins Halbfinale, dann war gegen den späteren Titelträger Spanien Schluss. Ein Jahr später wurde der Pullover versteigert, eine Million Euro kam für einen wohltätigen Zweck zusammen.

Seit Donnerstag messen in Frankreich die besten acht Teams ihre Kräfte im Viertelfinale. Dann wird der Aberglaube wieder eine große Rolle spielen. Der walisische Trainer Chris Coleman zum Beispiel wird sein Jackett garantiert über die vollen 90 oder sogar 120 Minuten anbehalten, wenn sein Team gegen Belgien um das erste EM-Halbfinale der Landesgeschichte kämpft.

Nicht mehr ohne Jackett


Coleman pflegt dieses Ritual, seit sein Team 2012 mit 1:6 in Serbien verloren hatte und er ohne Jackett coachte. "Seitdem, egal was passiert, ziehe ich es nicht mehr aus. Weil das will ich nicht noch mal erleben", erklärte der Trainer.

Auch Deutschlands nächster Gegner Italien hat eine Reihe von Ritualen. Das Team und der Betreuerstab essen an einem großen Tisch, vor dem Spiel spricht dabei immer ein anderer Spieler. "Diesmal war ich dran. Ich habe gesagt, dass es eine Partie ist, die wir mit dem Herzen gewinnen müssen", erzählte Emanuele Giaccherini nach dem 2:0 gegen Spanien. Beim Titelverteidiger hat die Kurzhaarfrisur von Alvaro Morata, die ihm Sergio Ramos verpasst hatte, dagegen kein Glück gebracht.

Auch die Stürmer haben, was die Rituale angeht, so ihre Eigenheiten. Der dreimalige Weltfußballer Cristiano Ronaldo zieht sich vor dem Spiel die Stutzen demonstrativ weit über die Knie. So sei er "berühmt geworden", sagte er einmal und fügte an: "Jetzt ist es Aberglaube."

Beim deutschen Top-Torjäger der bisherigen EM, Mario Gomez, zieht sich jener Aberglaube sogar bis zum Toilettengang durch. Dort benutzte er früher immer das linke Pissoir. Inzwischen hat der Angreifer seine Gewohnheiten schon etwas geändert: "Wenn es frei ist, gehe ich immer noch ans linke, aber wenn jemand am linken steht, gehe ich auch ans rechte", sagte Gomez jüngst mit einem Schmunzeln.

Plüsch-Löwe "Leo"


Vor einem sportlichen Debakel gegen Island konnte die "Three Lions" aus England auch ein kleiner Plüsch-Löwe nicht bewahren. Fürsorglich hatten die Spieler während des Turniers auf ihren "Leo" aufgepasst und ihn zur jeweiligen Platzbegehung mit in die Stadien genommen. Vor dem 1:2 gegen Island war Torwart Joe Hart an der Reihe - ausgerechnet ihm unterlief später der entscheidende Patzer. Das Betreuerteam hatte zusätzlich einen Plüsch-Löwen, der sich nach dem Aus auf der Ladefläche eines Transporters wiederfand.

Wenn es frei ist, gehe ich immer noch ans linke, aber wenn jemand am linken steht, gehe ich auch ans rechte.Mario Gomez über seinen Ritual, immer das linke Pissoir zu benutzen
Weitere Beiträge zu den Themen: EM2016 (336)Rituale (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.