Fußball
Jogi Löw vor dem Quali-Spiel gegen Tschechien

Vor dem WM-Quali-Spiel gegen Tschechien in Hamburg kündigt der Bundestrainer nicht nur attraktiven Fußball an. Erstmals spricht er auch über seinen bis zur WM 2018 datierten Kontrakt.

Bild: dpa

Hamburg. Im Hamburger Schmuddelwetter schürt Joachim Löw die Lust der Fans auf einen schönen Fußballabend. Gut gelaunt verdrängt der DFB-Chefcoach vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien die Diskussionen um eine mangelhafte Toreffizienz und seine in dieser Bundesligasaison noch torlosen Angreifer wie Thomas Müller und Mario Götze. Stattdessen verspricht Löw dem kritischen Publikum in der Hansestadt lieber ein erfolgreiches und attraktives Heimspiel: "Ich gehe davon aus, dass wir die drei Punkte einfahren. Die Mannschaft hat im Training einen guten Eindruck hinterlassen."

Ausverkauftes Stadion


Löws eigene Lust am Bundestrainer-Job ist auch vor seinem 140. Spiel, mit dem er in der DFB-Rangliste Helmut Schön (139) überholt und dann nur noch Sepp Herberger (167) vor sich hat, unübersehbar. Im leuchtend roten T-Shirt verkündete der 56-Jährige seine Erwartungen an die Partien am Samstag (20.45 Uhr/RTL) im mit 50 000 Zuschauern voll besetzten Volksparkstadion sowie drei Tage später in Hannover gegen Nordirland: "Die klare Zielsetzung heißt: Sechs Punkte!"

Löw machte am Freitag zugleich deutlich, dass die WM 2018 noch lange nicht sein persönlicher Schlusspunkt sein müsse. Der Badener verkündete erstmals Gesprächsbereitschaft über eine Ausweitung seines Kontraktes. "In den kommenden Monaten wird es sicherlich das eine oder andere Gespräch mit dem Verband geben", verriet Löw.

Rückkehrer Ilkay Gündogan hat er gegen die einst ruhmreichen Tschechen zunächst als Ersatzspieler vorgesehen. Ob der im Sommer aus Dortmund zu Manchester City gewechselte Mittelfeldmann zu seinem ersten Länderspieleinsatz nach elf Monaten kommen wird, "hängt ein bisschen vom Spielverlauf ab", verriet der Bundestrainer. "Er weiß, dass ihm noch ein paar Spiele zur Topform fehlen. Gegen Tschechien beginnen wir auf den zentralen Positionen im Mittelfeld mit Sami Khedira und Toni Kroos", kündigte Löw an. Gegen Nordirland könnte dann Gündogan starten.

Stärkster Gegner


"Der Auftakt in Norwegen war sehr gut, nicht nur vom Ergebnis, sondern auch von der Art, wie wir das Spiel angegangen sind. Das wollen wir gerade auch hier in den Heimspielen machen und schönen Fußball zeigen", erklärte Manager Oliver Bierhoff. "Auf dem Papier betrachten wir Tschechien als stärksten Gegner in unserer Gruppe", unterstrich Kapitän Manuel Neuer.

Warnung ist der letzte Vergleich mit den Tschechen vor neun Jahren: In München gab es ein 0:3, nachdem das DFB-Team wenige Tage zuvor die Qualifikation für die EM-Endrunde 2008 perfekt gemacht hatte. Es ist die höchste Niederlage in der nun schon zehnjährigen Ära Löw. "Wir haben verdient verloren", antwortete der Bundestrainer in Hamburg lächelnd auf die Frage eines tschechischen Reporters: "Wir waren schon qualifiziert, die Tschechen mussten sich noch qualifizieren."

Die Konstellation jetzt ist anders. Deutschland hat den Quali-Auftakt in Oslo 3:0 gewonnen, Tschechien büßte beim 0:0 gegen Nordirland schon zwei Punkte ein. Da nur der Gruppensieger das Direktticket nach Russland bucht, kann sich niemand Ausrutscher erlauben. "Sie haben nicht mehr diese großen Namen", bemerkte Juventus-Star Khedira. Aber gerade solche Teams seien oft gefährlich. "Sie können gut verteidigen und gut kontern", bemerkte Löw über den Gegner, "der uns möglicherweise am meisten fordern wird."

Der Münchner Müller steht in Hamburg vor seinem 80. Länderspiel. Mit 34 Treffern ist der 27-Jährige der erfolgreichste Torschütze im Aufgebot. Löw sieht den Weltmeister bereit für seinen zentralen Job: Tore zu erzielen. Dass Müller mal in fünf Spielen nicht treffe, sei völlig normal. "Er hat in Norwegen zwei Tore gemacht. Und er wird weiter für uns treffen", erklärte der Bundestrainer ohne Aufregung. Auch bei Mario Götze hat der Bundestrainer Fortschritte gegenüber der Verfassung bei der EM in Frankreich ausgemacht: "Bei Mario spürt man wieder die Tendenz, dass er die Freude mitbringt." Die soll in Hamburg auf alle ausstrahlen.

In den kommenden Monaten wird es sicherlich das eine oder andere Gespräch mit dem Verband geben.Joachim Löw
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