Fußball
Jugend forscht beim Klassiker gegen Italien

Für ein bedeutungsloses Freundschaftsspiel Mitte November ging es zwischen Deutschland und Italien teilweise ordentlich zur Sache. Hier behauptet sich der Schalker Leon Goretzka (weißes Trikot) gegen Alessio Romagnoli. Bild: dpa

Im Gegensatz zum 8:0-Spaziergang gegen San Marino war die deutsche Nationalelf im Klassiker gegen Italien von Beginn an gefordert. In einem unterhaltsamen Spiel mit zwei unterschiedlichen Halbzeiten fehlten nur die Tore. Für den DFB-Kapitän lief es eher unerfreulich.

Mailand. Auch die Pfiffe gegen Thomas Müller beeindruckten den Weltmeister nicht. Eine völlig neu zusammengestellte deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat den Härtetest in Italien zum Jahresabschluss mit einem 0:0 bestanden. Zwar verpasste das Team von Trainer Joachim Löw am Dienstag vor 48 600 Fans im Mailander Giuseppe-Meazza-Stadion den dritten Jahressieg gegen die Azzurri.

Mit viel Einsatz und ein wenig Glück blieb das DFB-Team aber auch im sechsten Spiel der Saison ohne Gegentor. Bundestrainer Joachim Löw, der auch in Italien zahlreichen Nachwuchskräften eine Chance gab, kann mit dem Neuaufbau nach der EM äußerst zufrieden sein. "Taktisch haben wir das über weite Strecken sehr gut gemacht", sagte Löw und sprach von "wichtigen Erkenntnissen und Aufschlüssen." In der Nachspielzeit wäre der DFB-Elf fast noch ein Tor gelungen: Ein Kopfball von Benedikt Höwedes ging aber knapp vorbei (90.+2).

Pfiffe gegen Müller


"Man kann absolut zufrieden sein. Das sechste Spiel zu Null kann man auch mal hervorheben", sagte Löw. "Insgesamt muss ich den Jungs ein Kompliment machen, wir haben eine gute Truppe, und ich bin stolz, dass ich sie aufs Feld führen durfte", sagte Müller und sprach von "zwei unterschiedlichen Halbzeiten". "Das war ganz ordentlich, insgesamt geht das 0:0 absolut in Ordnung", sagte Höwedes.

Von Beginn an stand Aushilfskapitän Müller im Blickpunkt der Partie. Der Münchner wurde permanent ausgepfiffen als Reaktion auf seine Aussagen nach dem 8:0-Sieg in der WM-Qualifikation gegen San Marino ("Mit professionellem Fußball hatte das nichts zu tun"). Bei der Nationalhymne bekam die ganze deutsche Mannschaft den Unmut der Zuschauer zu spüren. Erst als die italienischen Profis demonstrativ applaudierten, gab es vereinzelt auch Beifall für die Gäste.

Noch während der ersten Halbzeit meldete sich jedoch Müller-Kritiker Alan Gasperoni, der in einem viel beachteten Beitrag in den sozialen Medien für Wirbel gesorgt und Müller in zehn Punkten teilweise persönlich angegangen hatte, und äußerte sich "enttäuscht und traurig" über die Pfiffe. "Ich war ein bisschen überrascht, ich habe es absolut nicht in diese Richtung gemeint", sagte Müller nach der Partie. Sportlich lief es für den Angreifer im Klassiker gegen Italien - wie zuletzt schon mehrfach - eher unglücklich.

Debütant Gerhardt


In der 44. Minute hatte der Bayern-Profi zwar die bis dahin beste Möglichkeit. Nach einer Vorlage des Schalkers Leon Goretzka mit der Hacke blockte Leonardo Bonucci den Schuss noch ab. Ansonsten aber mühte sich der 27-Jährige ohne Fortune und Torerfolg und musste sich auch bei seiner Auswechslung nach einer Stunde wieder Pfiffe anhören.

Auf Mario Götze und den zuletzt leicht angeschlagenen Mario Gomez verzichtete der Bundestrainer zunächst. Einen Tag nach der Audienz bei Papst Franziskus feierte Yannick Gerhardt vom VfL Wolfsburg als 86. Neuling in der Ära Löw sein Debüt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.