Fußball
Kauczinski feiert Glücksstart

Jubel bei den Spielern des FC Ingolstadt, nachdem sie Erzgebirge Aue im Elfmeterschießen besiegt haben. Bild: dpa

Der FC Ingolstadt meistert die erste Pokalhürde. Glücklich zwar, aber mit Leidenschaft. Neu-Trainer Markus Kauczinski sieht vor dem Ligastart viel Positives, aber auch noch einige Schwachpunkte.

Aue. Markus Kauczinski tigerte während des Elfmeterschießens aufgeregt hin und her, schaute aber genau hin, was seine Profis vom Punkt leisteten. Und immerhin dafür verteilte er nach dem 8:7 des FC Ingolstadt beim starken Zweitliga-Aufsteiger FC Erzgebirge Aue die Note eins. Acht Schüsse, acht Treffer, das bedeutete den Einzug des Fußball-Bundesligisten in die zweite Runde des DFB-Pokals und für Kauczinski selbst ein doch noch geglücktes Pflichtspieldebüt als FCI-Trainer. Die Genugtuung war ihm später anzumerken.

Bei aller Freude wusste Kauczinski aber auch, dass der Erfolg der Schanzer knapp war. "Es war ein hartes Stück Arbeit, weil der Gegner auch richtig gut war", erklärte der frühere Karlsruher. Seine wichtigste Erkenntnis lautete am Sonntagabend: "Wir haben es geschafft, 120 Minuten zu Null zu spielen." Das war dem FCI in der Vorbereitung nicht gelungen. "Insofern war das wichtig, weil es auch Selbstvertrauen für den Punktspielauftakt am Samstag beim Hamburger SV gibt", betonte Kauczinski.

Er hatte natürlich noch einige Schwachpunkte ausgemacht, die es in der Vorbereitung auf das Spiel in Hamburg auszumerzen gilt. Da war das Zusammenwirken der einzelnen Mannschaftsteile, das noch zu selten harmonierte.

"Wir haben uns manchmal zu sehr in Einzelaktionen verstrickt", sagte Verteidiger Tobias Level, der den letzten Elfmeter sicher verwandelte und damit zum Matchwinner wurde. Oder die Chancenverwertung. "Wir müssen im gegnerischen Strafraum konsequenter werden und auch die Tore erzwingen", forderte Kapitän Marvin Matip. Der Abwehrchef sprach außerdem die Stabilität an. "Wir haben viele Dinge gut gemacht und dann wieder nicht. Die Konstanz fehlt noch." Gleichzeitig betonte Matip, dass dies mit den Spielen kommen werde. "Automatismen entwickeln sich im Wettkampf."

Interessant dürfte werden, wie schnell der FCI das Kauczinski-System verinnerlichen und perfektionieren kann. Sichtbar war, dass das extreme Pressing, welches unter dem nach Leipzig gewechselten Trainer Ralph Hasenhüttl praktiziert wurde, der Vergangenheit angehört.

Trotz der tiefstehenden Auer Abwehr wurde wiederholt mit langen Bällen ins Zentrum operiert, allerdings zumeist ohne Gefahr zu erzeugen. Eine Sorge wurde Kauczinski aber genommen: Über sichere Elfmeterschützen muss er sich keine Gedanken machen. Davon hat er erstmal genug.

Wir haben es geschafft, 120 Minuten zu Null zu spielen. Insofern war das wichtig, weil es auch Selbstvertrauen für den Punktspielauftakt am Samstag beim Hamburger SV gibt.Markus Kauczinski, Trainer FC Ingolstadt.
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