Fußball
„Kein Wunschkonzert“

Niclas Füllkrug (links) und Guido Burgstaller jubelten in dieser Woche bei den Testspielen noch für den 1. FC Nürnberg. Vermutlich zum letzten Mal, denn sie wollen den Verein verlassen. Bild: dpa

Die zwei Top-Stürmer wollen den 1. FC Nürnberg verlassen - Neuzugänge oder gar adäquater Ersatz sind noch nicht in Sicht. Der Club mahnt zur Geduld. Coach Schwartz setzt auf die Zeit nach der EM.

Grassau. Niclas Füllkrug und Guido Burgstaller waren mal wieder die Erfolgsbringer für den 1. FC Nürnberg - vielleicht zum letzten Mal. Beim 2:0-Erfolg im Testspiel über Wacker Innsbruck sorgte das Sturm-Duo am Dienstagabend für die Tore. Auf eine ähnlich starke Saison der beiden in der 2. Fußball-Bundesliga kann der Club aber nicht hoffen, denn die Offensivprofis wollen weg. Die unklare Situation im Angriff und ausbleibende Neuzugänge waren auch im Trainingslager am Chiemsee das Thema. Der neue Coach Alois Schwartz räumte vor der Rückreise am Mittwoch ein: "Natürlich hätte ich lieber heute als morgen neue Spieler. Aber es ist kein Wunschkonzert."

Seit einer Woche hat Schwartz beim neunmaligen deutschen Meister das Sagen und präsentierte sich schon voller Tatendrang. "Wenn ich die Mannschaft sehe, habe ich gute Laune. Sie hat hervorragend mitgezogen", lobte er nach sechs Tagen anspruchsvollen Trainings in Grassau. Der Erfolg im Test gegen Innsbruck war nach dem mühsamen 3:2 in der Woche zuvor gegen den Landesligisten Kornburg eine Steigerung. "Wir sind step by step im Zeitplan", behauptete der Trainer.

Das ist wohl eine optimistische Einschätzung. Auf dem Transfermarkt wurde bislang nur Tobias Kempe aus Darmstadt verpflichtet. Im Angriff kam zwar Jakub Sylvestr nach seiner Leihe aus Paderborn zurück. Aber Burgstaller wird mit Freiburg in Verbindung gebracht, Füllkrug zieht es nach Hannover. Ihre Wechselwünsche habe beide Stürmer, die in der abgelaufenen Saison zusammen 27 Tore erzielten, zuletzt schon deutlich zum Ausdruck gebracht. "Das löst keine Jubelschreie aus. Aber wir machen das Beste draus", sagte Schwartz zur Hängepartie.

Nürnbergs Sport-Vorstand Andreas Bornemann ist auf dem Transfermarkt gefordert. "Selbst wenn beide bleiben würden, müssten wir vorne etwas machen", sagte Schwartz. Das heißt im Umkehrschluss: Drei oder vier, wenn nicht gar fünf neue Angreifer werden in Nürnberg für die in einem Monat in Dresden beginnende Zweitliga-Saison noch gebraucht.

Immerhin scheint ein Verbleib von Flügelspieler Sebastian Kerk möglich, dessen Leih-Deal mit dem SC Freiburg verlängert werden soll. Im Breisgau wird er nicht gebraucht. Namen von anderen potenziellen Neuzugänge kursieren nicht - das ist ungewöhnlich beim Club. "Wir sitzen nicht nur da und drücken die Daumen", versicherte Schwartz.

Trotz der unklaren Personallage bemühen sich die Nürnberger um gute Stimmung. Nach dem fordernden Trainingslager gab Schwartz seinen Schützlingen am Donnerstag frei, am Samstag steht ein Test gegen den FC Winterthur an. Der Coach mahnte zur Geduld und verwies auf die Zeit nach der EM: Dann werden die großen Vereine auf dem Transfermarkt aktiver, und in der Folge könnten auch für den FCN Spieler frei werden. Um Kaliber wie Burgstaller und Füllkrug zu ersetzen, benötigt der Club aber schon großes Transfergeschick.

Natürlich hätte ich lieber heute als morgen neue Spieler. Aber es ist kein Wunschkonzert.Club-Trainer Alois Schwartz
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