Fußball
Kniffelige Juve-Prüfung für Pep

Kopfzerbrechen bereitet Bayern-Trainer Pep Guardiola das Spiel in Turin. Noch tüftelt er an seiner Aufstellung. Bild: dpa

Hinten Zwerge, vorne Riesen: Bayern-Coach Guardiola steht gegen Juventus Turin vor großen Denksportaufgaben. Wie bastelt er eine Abwehr ohne kopfballstarke Innenverteidiger? Wie viele seiner Angriffs-Asse spielt er aus? Die "Hölle" fürchten die Münchner nicht.

Turin. Die Anspannung ist enorm, speziell bei Pep Guardiola. Allen beim FC Bayern ist bewusst, dass sich in der großen europäischen Titelprüfung gegen das abgezockte Fußball-Bollwerk von Juventus Turin (Dienstag 20.45 Uhr/Sky) auch der Arbeitseinsatz am oberen Limit bewegen muss. "Wir brauchen die beste Leistung des Trainers, des Stabes, der Spieler", sagte Guardiola.

Katalane muss liefern


Der Katalane muss im Achtelfinale liefern, auch ohne kopfballstarke Innenverteidiger - sonst ist seine Münchner Champions-League-Mission viel zu früh endgültig gescheitert. Die Ankündigung von Turins Stürmer Alvaro Morata, die Bayern werde im ausverkauften Juventus Stadium die "Hölle" erwarten, konterte Arjen Robben entspannt. "Ich glaube, das sind wir gewohnt." Zumal Turin kein Schreckensort für die Bayern ist, wie diese Uefa-Statistik belegt: Seit Sommer 2004 hat Juve nur zwei von 45 Europacup-Heimspielen verloren - beide gegen die Bayern.

Vor drei Jahren siegten die Bayern auf dem Weg zum historischen Titel-Triple im Viertelfinale mit 2:0 in Turin. Das Wiedersehen steht jedoch unter anderen Vorzeichen. Juve hat einen Lauf, auch wenn es nach 15 Ligasiegen in Serie bei der Generalprobe gegen Bologna nur zu einem torlosen Unentschieden gereicht hatte.

Guardiolas Respekt vor dem Vorjahresfinalisten könnte nicht größer sein. Ein kontrolliertes Agieren ist für ihn der Schlüssel zum Erfolg. Zaubert er noch einen defensiven Überraschungsplan aus dem Hut? Oder vertraut er auch international der Zwergenreihe mit Kimmich und Alaba im Deckungszentrum, flankiert von Bernat und Lahm? Keiner aus dem Quartett misst mehr als 1,80 Meter. Ein Manko gegen robuste Stürmer wie Mario Mandzukic (1,87 Meter), der sich pünktlich zum Rendezvous mit dem ungeliebten Ex-Coach Guardiola aus dem Verletztenstand zurückmeldete.

Wie mutig ist Guardiola? Massiert er das Mittelfeld um Xabi Alonso und Thiago zusätzlich mit Lahm oder dem Ex-Turiner Arturo Vidal? Oder lässt er seine Angriffsriesen geballt los: Lewandowski, Müller, Costa und Robben stehen für die Startelf parat, dazu als Joker Ribéry und Coman. Zu den 21 Spielern, die Guardiola mit dabei hat gehört nach zwei Monaten Verletzungspause Medhi Benatia.

Ein Tor wäre wichtig


"Es wird ganz wichtig sein, ein Tor zu erzielen", sagte Müller mit Blick auf das entscheidende Rückspiel am 16. März. Gerade das Toreschießen fällt schwer gegen Juve. Mit minimalen 6:3 Toren kam der Vorjahresfinalist mit dem im Turiner Trikot noch unbesiegten Weltmeister Sami Khedira (14 Siege, zwei Remis) in der Gladbach-Gruppe weiter. Juves Torhüterlegende Gianluigi Buffon (38) ist seit 836 Minuten oder neun Spielen ohne Gegentor.
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