Fußball
Kohr brutal gefoult

Augsburgs Trainer Dirk Schuster (links) und Torwart Marwin Hitz kümmerten sich sofort um den am Boden liegenden Dominik Kohr. Der Mainzer José Rodriguez hatte ihn brutal gefoult. Bild: dpa

Drei Tore, drei Punkte - doch in Feierstimmung waren die Mainzer nach dem 3:1-Sieg in Augsburg nicht. Ein brutales Foul von Rodriguez am Augsburger Kohr setzte den unrühmlichen Schlusspunkt unter die Partie. Trainer Schmidt entschuldigte sich umgehend für seinen Profi.

Augsburg. Mainz-Coach Martin Schmidt entschuldigte sich sofort für das brutale Foul seines Spieler, Augsburgs Trainer Dirk Schuster hoffte auf einen nicht allzu langen Ausfall - und Vereinspräsident Klaus Hofmann schäumte nach dem 1:3 gegen den 1. FSV Mainz vor Wut.

José Rodriguez hatte mit einer üblen Grätsche gegen Dominik Kohr den sportlichen Ausgang der Partie am Sonntag zunächst klar in den Hintergrund gestellt. Kohr wurde mit einer offenen Wunde an Schien- und Wadenbein in eine Klinik gebracht. Der schwäbische Fußball-Bundesligist befürchtet eine lange Pause des Stammspielers.

"Es sieht nicht gut aus", sagte Schuster. "Er hat Schmerzmittel bekommen. Die genaue Diagnose muss man abwarten." Der Coach fürchtet, dass am Bein seines Profis "relativ viel betroffen" ist. Die Rote Karte für Rodriguez und die zu erwartende Sperre waren kein Trost.

Auf der Höhe der Mittellinie war der eingewechselte Rodriguez seinem Gegenspieler in die Beine gerauscht, und das kurz vor Schluss, als das Match nach den Toren von Jhon Cordoba (7. Minute), Yunus Malli (75.) und Yoshinori Muto (81.) längst entschieden war. "Ich kann mich nur in aller Form, auch im Namen meiner Mannschaft, entschuldigen", sagte 05-Trainer Schmidt. Den betroffenen Spieler erwarte eine adäquate Bestrafung. Am Abend veröffentlichte Mainz bei Facebook eine Entschuldigung von Rodriguez.

Bei den Mainzern war schon davor keine richtige Freude aufgekommen, zu sehr standen auch sie unter dem Eindruck der Aktion kurz vor Schluss. "Das ist nicht der Fußball, den ich sehen will", sagte Schmidt. Dabei hätte der Schweizer eigentlich zufrieden sein können, denn Mainz sicherte sich den ersten Pflichtspielsieg der Saison. Den Augsburgern reichte das zwischenzeitliche 1:1 durch Konstantinos Stafylidis (73.) vor 26 115 Zuschauern nicht. Am Ende stand die zweite Heimniederlage im zweiten Spiel zu Buche.

"Wir waren heute die effizientere Mannschaft und diejenige, die das unbedingt gewinnen wollte", sagte Schmidt. Schuster bilanzierte: "In der ersten Halbzeit haben wir zu unruhig gespielt, zu nervös, haben den eigenen Mann nicht gefunden und die Mainzer aufgebaut. Und zum Schluss wollten wir es mit Hurra-Fußball versuchen - und sind prompt in den Konter reingelaufen."
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