Fußball
"Kotzt mich an"

Dortmunds Trainer Thomas Tuchel (links) und der Coach der Ingolstädter, Ralph Hasenhüttl, sind nicht einer Meinung über den Spielverlauf. Hasenhüttl war auf jeden Fall richtig sauer nach der Niederlage. Bild: dpa

Dortmund/Ingolstadt. Nach den hochumstrittenen Schiedsrichterentscheidungen beim Dortmunder Duselsieg war Ingolstadts Trainer Ralph Hasenhüttl mächtig angefressen. "Unterm Strich steht die Null und das kotzt mich richtig an", ätzte der Österreicher nach dem unglücklichen 0:2 (0:0) am Samstag bei Borussia Dortmund. Zu Hasenhüttls Leidwesen schlüpfte Referee Guido Winkmann neben Doppeltorschütze Pierre-Emerick Aubameyang (77./86. Minute) in die Rolle des Hauptdarstellers. "Wenn wir heute einen Spielleiter gehabt hätten, der nur halb so gut gewesen wäre wie wir, dann hätten wir garantiert etwas mitnehmen können", klagte Hasenhüttl.

Mit zweierlei Maß


Auch am Tag nach der achten Saisonniederlage war er angefressen. "Fakt ist, dass mit zweierlei Maß gemessen wurde", sagte Hasenhüttl. Vor allem die Szene nach dem aus einer Abseitsposition erzielten 1:0 erhitzte die Gemüter. Denn der eigentlich irreguläre Treffer war Sekunden später auf einer Leinwand im Stadion zu sehen.

Wütend wies FCI-Torhüter Ramazan Özcan den überforderten Winkmann auf die Bilder hin. "Dortmund war so clever und hat das Tor über die Video-Leinwand gezeigt. So viel Dummheit muss eigentlich bestraft werden", befand Verteidiger Marvin Matip. "Es ist schade, dass wir durch strittige Entscheidungen auf die Verliererspur gekommen sind, aber ich denke, wir haben erneut gezeigt, dass auch die aktuell zweitbeste Mannschaft der Liga gegen uns große Probleme haben kann."

Winkmann räumte nach dem Spiel zumindest seinen Fehler beim Führungstreffer ein, verwies aber auf die Regeln. "Fakt ist, es ist Abseits. Selbst wenn ich das Abseitstor auf der Leinwand gesehen hätte, dann hätte ich es nicht zurücknehmen dürfen. Es war eine Tatsachenentscheidung", sagte er dem TV-Sender Sky.

Hasenhüttl & Co. fühlten sich nach großem Kampf um den Lohn gebracht. Nach ihrer Einschätzung beurteilte Winkmann zwei weitere wichtige Situationen falsch. Bei einer Abwehraktion des Dortmunders Mats Hummels in höchster Not gegen Dario Lezcano (26.) entschied der Referee nicht auf Elfmeter. Zudem pfiff er ein Eigentor von Hummels (66.) wegen eines angeblichen Fouls von Lezcano zurück. "Es ist brutal bitter, denn du kommst hierher, rufst eine tolle Leistung ab und wirst dann bei wirklich entscheidenden Szenen benachteiligt", echauffierte sich Özcan.

Tuchels Mitgefühl


BVB-Trainer Thomas Tuchel zeigte durchaus Mitgefühl mit den frustrierten Ingolstädtern und machte sich angesichts des Abseitstors von Aubameyang wie auch sein Kollege Hasenhüttl für die Einführung des Videobeweises stark. "Ich bin absoluter Befürworter, jedes Tor zu überprüfen. Ich finde es unerträglich, dass die Vier, die das Spiel leiten, es nicht wissen. Aber jeder, der ein Smartphone dabei hat, weiß es zehn Sekunden später", sagte Tuchel. Die Laune der Ingolstädter konnte aber auch diese Aussage nicht wirklich aufhellen.
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