Fußball
Krisen-Derby in Manchester

Während Pep Guardiola (hinten) mit Manchester City trotz kleinerer Wackler und zuletzt fünf Spielen ohne Sieg nach wie vor an der Spitze der Premier League thront, steigt die Nervosität beim Lokalrivalen. Uniteds Star-Trainer José Mourinho ist angesichts der Leistungen seiner Millionentruppe ungehalten. Erst am Sonntag setzte es eine 0:4-Abfuhr beim FC Chelsea. Bild: dpa

Mou gegen Pep. ManU gegen ManCity. Es ist zwar nur der Ligapokal, doch im "Derby of Manchester" steckt nach den Leistungen beider Teams in der Premier League jede Menge Brisanz.

Manchester. José Mourinho macht kein Geheimnis daraus, was er vom englischen Liga-Pokal hält. Es sei für ihn "der unwichtigste Wettbewerb", sagte der Trainer von Manchester United vor dem Stadtderby im Old Trafford gegen Manchester City. "Ich würde lieber in der Premier League spielen", räumte Mourinho kurz nach der 0:4-Pleite bei seinem Ex-Verein FC Chelsea ein. "Da haben wir gerade schlechte Stimmung." Dennoch sei die Vorfreude auf das Prestige-Duell in der vierten Pokalrunde groß. "Je größer das Spiel, desto besser", sagte der Portugiese. "Um diese Spiele geht es doch." Und gewinnen wolle er den Liga-Pokal sowieso. "Ich habe ihn dreimal gewonnen und werde ihn niemals wegwerfen", stellte Mourinho klar. Von seinen Spielern verlangte er, sie müssten am Mittwoch "Männer" sein und eine Reaktion zeigen, um die Demütigung von Chelsea abzuschütteln.

Auch Pep Guardiola braucht mit Manchester City wieder ein Erfolgserlebnis. Die "Citizens" konnten am Sonntag beim 1:1 gegen Southampton bereits das fünfte Pflichtspiel in Serie nicht gewinnen. Der ehemalige Bayern-Coach ließ seine Spieler nach dem Abpfiff 50 Minuten in der Kabine schmoren. "Nichts Besonderes" sei dort passiert, sagte Guardiola. Doch nach dem hervorragenden Saisonstart ist die Stimmung bei ManCity inzwischen getrübt.

Angesichts der vierfachen Belastung aus Liga, FA Cup, Liga-Pokal und europäischem Wettbewerb werden sowohl Guardiola als auch Mourinho am Mittwoch einige Spieler schonen. United-Bankdrücker Wayne Rooney, dem sein Trainer laut Boulevardzeitung "The Sun" einen Abschied nahegelegt hat, könnte wieder in der Startelf stehen. Der zur Reserve abgeschobene Weltmeister Bastian Schweinsteiger, den nach den jüngsten Auftritten der "Red Devils" einige Fans in den sozialen Medien fordern, ist für Mourinho wohl keine Option.

Das letzte Stadtderby im Old Trafford gewann Manchester City am 10. September durch Tore von Kevin De Bruyne und Kelechi Iheanacho mit 2:1. Zlatan Ibrahimovic gelang nur der Anschlusstreffer. Auch am Mittwoch wird es einen Sieger geben, ein Unentschieden ist in der vierten Pokalrunde nicht möglich. Auch wenn es "nur" der Liga-Pokal ist - ein Weiterkommen gegen den Stadtrivalen wäre für beide Teams im "unwichtigsten Wettbewerb" ein wichtiger Erfolg.

Je größer das Spiel, desto besser. Um diese Spiele geht es doch.José Mourinho
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