Fußball
Kroatiens Künstler gegen Portugals Star

Portugal hat Ronaldo, Kroatien einen Lauf. Beides könnte sie bei dieser EM noch weit bringen.

Lens. Vorarbeit Modric, Tor Ronaldo. Auch auf diese Weise hat Real Madrid in der abgelaufenen Saison die Champions-League gewonnen. Nun werden aus zwei kongenialen Partnern an diesem Samstag Gegner für einen Abend. Kroatien gegen Portugal heißt das Achtelfinal-Duell in Lens (21.00 Uhr/ARD).

Allein die Namen Luka Modric und Cristiano Ronaldo zeigen, dass damit gleich zu Beginn der K.o.-Runde die beiden bestbesetzten Teams der oberen Spielplanhälfte aufeinandertreffen. Wer dieses Spiel gewinnt, hat zumindest auf dem Papier die große Chance, ins Endspiel durchzumarschieren.

Die Kroaten gehen mit dieser Aussicht sehr offensiv um. "Wir haben großen Respekt vor Portugal. Aber wir sind eine der besten, wenn nicht sogar die beste Mannschaft bei diesem Turnier. Diese EM ist unsere große Chance", sagte Stürmer Nikola Kalinic. Mit ihrem Mut, ihrer Hingabe und ihren technischen Fähigkeiten haben die Kroaten bislang mit den stärksten Eindruck hinterlassen. Erst am Dienstag besiegten sie auch ohne fünf Stammspieler den Titelverteidiger Spanien mit 2:1.

Warum also sollte Kroatien Angst haben vor einem portugiesischen Team, das in der Vorrunde kein einziges Spiel gewann? Oder vor den Schweizern, Polen, Belgiern oder Walisern, die danach als weitere mögliche Gegner warten würden?

Auch die Portugiesen können den Spielplan lesen. Er erinnert sie ein wenig an die EM 2012, als sie mit einer Niederlage gegen Deutschland und einem Zitterspiel gegen Dänemark ebenfalls nur schwerfällig in das Turnier kamen und am Ende auf einmal im Halbfinale standen. "Jetzt fängt alles wieder bei Null an", sagte Bayern Münchens Millionen-Neuzugang Renato Sanches. "Unserer Mannschaft fehlt nichts, auch wir haben alles."

Chancen stehen 50:50


Vor allem Ronaldo, möchte man hinzufügen. Und so lässt sich auch genauso gut fragen: Warum sollte jemand Angst vor Schweizern, Polen und selbst an diesem Samstag vor den starken Kroaten haben, wenn er vom dreimaligen Weltfußballer und Champions-League-Sieger angeführt wird? "Wir treffen auf eine sehr gute Mannschaft, die Chancen stehen 50:50", sagte Ronaldo. "Aber auch wir haben unsere Waffen und unseren Wert."
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