Fußball-Länderspiele
Neue Trainer im Fokus

Sein Engagement kam überraschend: Thierry Henry, ehemaliger französischer Weltklassestürmer, ist der neue Co-Trainer der belgischen Nationalmannschaft. Bild: dpa

Berlin. Der Start in die nächste Länderspiel-Saison bedeutet für gleich drei traditionsreiche Fußball-Nationen einen Neuanfang. In Spanien, Italien und Belgien stehen die Trainer vor ihrem Debüt, nachdem die Europameisterschaft in Frankreich für alle drei Länder nicht den erwünschten Erfolg gebracht hatte.

In Italien löste Giampiero Ventura den zum FC Chelsea gewechselten Antonio Conte ab, in Spanien folgte Julen Lopetegui auf Vicente del Bosque, der sich in den Ruhestand verabschiedet hatte. Die überraschendste Trainer-Rochade gab es in Belgien: Nach der Trennung von Marc Wilmots kam der Spanier Roberto Martinez, der in Thierry Henry einen einstigen Weltklassespieler mitbrachte.

Und Henry ist es auch, der im Vorfeld der Partie gegen Spanien am Donnerstag die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht. Als das neue Trainerteam der "Roten Teufel" am Montagabend zur ersten Übungseinheit bat, waren alle Kameras auf den französischen Welt- und Europameister gerichtet.

Henry zeigte sich begeistert von dem, was er sah. "Das Talent, das in der Mannschaft steckt, ist überragend", sagte der 39-Jährige. "Diese Mannschaft kann Geschichte schreiben." Allerdings schaffte es das hoch veranlagte belgische Team um Kevin de Bruyne und Eden Hazard bislang nie, ihr großes Potenzial in den entscheidenden Momenten abzurufen. Das soll nun Henry zusammen mit Chefcoach Martinez gelingen.

Beim Gegner Spanien wird erstmals Lopetegui die Verantwortung tragen. Nach dem Achtelfinal-Aus bei der EM soll der in seiner Heimat als "Guardiola Nummer zwei" bezeichnete Baske die Spanier zurück in die Weltspitze führen. Bei seiner ersten Nominierung zeigte der 50-Jährige, dass er einigen jungen Leuten eine Chance geben will. Vor allem wird sich aber die Arbeitsweise etwas ändern. Wirkte del Bosque mit seiner väterlichen Art meist abseits der Spieler, will Lopetegui enger an seinen Profis wirken.

"Das Handbuch des Julen: Charakter, Nähe und Tiki-Taka", schrieb die Sportzeitung "AS" über den Mann mit der Sonnenbrille. "Ohne die bin ich wegen meiner lichtempfindlichen Augen nichts", sagte Lopetegui über sein Markenzeichen.

Vor einer schwierigen Aufgabe steht Italiens neuer Coach Ventura. Nach dem Abgang von Conte soll der 68-Jährige eine neue Mannschaft formen. Im ersten Testspiel gegen EM-Finalist Frankreich am Donnerstag in Bari wartet ein Härtetest. "Bei der EM hat Italien Organisation, Bereitschaft und Kompaktheit gezeigt. Wenn wir dem Details hinzufügen, werden wir wieder Protagonisten sein", versprach Ventura.
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