Fußball
"Leicht ärgerlich"

Thomas Müller brachte die Bayern mit 1:0 in Führung. Für ihn war das 2:2 am Ende ein leicht ärgerliches Ergebnis. Bild: dpa

Über eine Stunde dominieren die Bayern den Vorjahresfinalisten Juventus Turin in dessen Stadion. Der vergebene Sieg ärgert die lange überragenden Münchner. Boss Rummenigge mag nicht lange "hadern" mit dem unnötigen 2:2. Fürs Rückspiel ist die Favoritenrolle vergeben.

Turin. Auch die aufmunternde Anweisung des obersten Chefs konnte die Bayern-Stars beim Bankett im "Salone delle Feste" nicht in Feierstimmung versetzen. So kurz nach dem spektakulären 2:2, das vorher ein Wunschergebnis gewesen wäre, überwog einfach der Ärger über die vergebene Vorentscheidung in der Achtelfinal-Kraftprobe mit Juventus Turin. "Es ist kein katastrophales Ergebnis. Aber man fährt mit einem mulmigen Gefühl nach Hause", sagte Nationaltorhüter Manuel Neuer.

Eines der besten Spiele


Karl-Heinz Rummenigge dagegen hob beim Blick auf die entscheidende Partie am 16. März und den Heimvorteil in der Festung Allianz-Arena schon in der Nacht zum Mittwoch das Positive hervor. "Ich glaube, wir sollten nicht den Fehler machen und mit diesem Ergebnis hadern, auch wenn wir zwischenzeitlich 2:0 geführt haben", sagte der Vorstandsvorsitzende. "Das ist ein sehr, sehr gutes Ergebnis, das uns die Tür für die Qualifikation zum Viertelfinale sehr, sehr offen hält", erklärte Rummenigge nach einem "großartigen" Spiel, eine der besten Champions-League-Achtelfinalpartien, "die ich miterlebt habe".

Für Rummenigge war das Fazit nach einem lange dominierten Spiel mit Toren von Thomas Müller (43. Minute) und Arjen Robben (54.), das in einem verrückten Finale mit der Wiederauferstehung von Juve durch die Treffer von Paulo Dybala (63.) und Stefano Sturaro (76.) gipfelte, eindeutig: Bayern hatte aus Sicht des Vorstandsbosses 2:2 gewonnen und nicht 2:2 verloren. "Ich bin optimistisch, dass die Mannschaft mit unserem Trainergespann das (Viertelfinale) vollziehen wird." Schon ein 0:0 oder 1:1 reicht zum Weiterkommen. Insofern sieht Kapitän Philipp Lahm den FC Bayern in der Favoritenrolle. "Wir spielen daheim, und wir wissen, was wir da leisten können", sagte der Jubilar nach seinem 100. Champions-League-Spiel.

Juve eingeschüchtert


Bayerns Angriffswucht schüchterte Juve ein. Zwei Fußballstile, zwei Trainer-Philosophien prallten aufeinander, und Pep Guardiola schien Juve-Coach Massimiliano Allegri auszustechen. "Wir Trainer haben der Welt heute mit großer Intensität und Charakter unsere Spielweise gezeigt. Juventus Turin mag die Verteidigung im kleinen Raum und den Angriff im großen Raum. Ich mag dagegen die Verteidigung im großen Raum und den Angriff im kleinen Raum", schilderte Guardiola. "Wir haben wahnsinnig gut gespielt." Thomas Müller gelang schließlich noch das Fazit des Abends: "Es war eine gute Leistung mit einem leicht ärgerlichen Ergebnis, das aber im Hinblick auf das Rückspiel leicht positiv ist."
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