Fußball
Löw suspendiert Kruse

Max Kruse flog wegen Eskapaden abseits des Fußballplatzes aus dem Kader der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Bild: dpa

Bundestrainer Joachim Löw setzt knapp drei Monate vor dem EM-Start ein klares Zeichen und streicht Max Kruse aus dem Kader. Begründung: Der Wolfsburger lässt immer wieder Zweifel an seiner Vorbildrolle aufkommen. Den EM-Kandidaten wird Löw klar sagen, was er erwartet.

Berlin. Joachim Löw hat genug von Max Kruses Eskapaden abseits des Fußballplatzes. Der Bundestrainer greift vor dem Länderspiel-Start ins EM-Jahr hart durch und verbannt den Wolfsburger Stürmer zunächst aus der deutschen Nationalmannschaft. "Max hat sich zum wiederholten Male unprofessionell verhalten. Das akzeptiere ich nicht", erklärte der Bundestrainer und strich den 28 Jahre alten Profi des VfL Wolfsburg aus seinem Aufgebot für die Test-Länderspiele am Ostersamstag in Berlin gegen England und drei Tage später in München gegen Italien. Kruse war erneut im Nachtleben aufgefallen. "Ich möchte Spieler, die sich auf den Fußball und die EM konzentrieren, auch zwischen den Spielen", betonte der DFB-Chefcoach.

Sein großes Ziel für 2016 will sich der Weltmeister-Coach nicht vom Fehlverhalten einzelner Spieler in Gefahr bringen lassen. "Es ist sehr wichtig, dass wir da ein paar Dinge aufzeigen", sagte Löw. "Die Europameisterschaft im Sommer wirft ihre Schatten voraus, dort haben wir mit der Nationalmannschaft große Ziele." Dafür brauche er Spieler, die fokussiert und konzentriert sind, "sich auch ihrer Vorbildrolle bewusst sind". Kruse sei mehrfach dieser Rolle nicht gerecht geworden. Die EM-Chance für ihn geht jetzt gegen Null.

Verständnis bei Allofs


"Das ist eine Entscheidung, die ich nachvollziehen kann. Max Kruse hat die Warnsignale in Bezug auf die Nationalmannschaft einfach nicht verstanden. Aber die hat er auch nicht verstanden im Innenverhältnis zum VfL Wolfsburg", sagte Wolfsburgs Sportchef Klaus Allofs.

Der 14-malige Nationalstürmer Kruse hatte seinen 28. Geburtstag am Samstagabend in einem Berliner Club gefeiert. Wie Kruse in der "Bild"-Zeitung (Montag) erklärte, sei er auf der Feier mehrfach ungefragt fotografiert worden. Danach habe er einer Frau, die sich als Journalistin entpuppte, das Handy weggenommen und die Fotos gelöscht, so die Zeitung. "Natürlich war ich irgendwann genervt und habe dann vielleicht unpassend reagiert", wurde Kruse zitiert.

Bereits ein Vorfall zuvor, als Kruse laut "Bild" an einem frühen Morgen angeblich in einem Berliner Taxi eine hohe Bargeldsumme verloren haben soll, war bei Löw schlecht angekommen. "Schon vergangene Woche habe ich Max Kruse klar gesagt, was ich von ihm erwarte, sowohl auf als auch neben dem Platz", berichtete Löw.

Der 56-Jährige hat in seiner bereits mehr als neunjährigen Zeit als Chefcoach dem Teamgedanken und dem sozialen Verhalten immer einen hohen Stellenwert eingeräumt. Am deutlichsten hatte das bisher im Oktober 2008 Kevin Kuranyi zu spüren bekommen. Als der beim WM-Qualifikationsspiel in Dortmund gegen Russland nur auf der Tribüne saß und zur Halbzeit ungenehmigt nach Hause fuhr, war Kuranyis DFB-Karriere beendet.
Max hat sich zum wiederholten Male unprofessionell verhalten. Das akzeptiere ich nicht.Bundestrainer Joachim Löw zur Suspendierung von Max Kruse
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