Fußball
„Löwen“ gefordert

Trainer Daniel Bierofka verfolgt jede einzelne Szene aufmerksam. Der neue "Löwen"-Trainer möchte mit den Münchenern unbedingt den Klassenerhalt schaffen. Bild: dpa

Drei Spiele bleiben dem TSV 1860, um die Rettung perfekt zu machen. Trainer Bierofka will den zweiten Sieg und hat personell kaum Sorgen. Dennoch lauern für die großen Endspiele gegen Paderborn und in Frankfurt Gefahren.

München. Ein Endspiel gewonnen, drei vor der Brust: Trainer Daniel Bierofka sieht seinen abstiegsbedrohten Zweitligisten TSV 1860 München weiter unter Zugzwang. "Es ist wenig Zeit, solche Erfolge zu genießen. Die Situation hat sich grundlegend nicht groß verändert", sagte Bierofka vor dem Spiel beim FC St. Pauli am Freitagabend (18.30 Uhr). Die Münchner liegen auf Relegationsrang 16, haben aber durch direkte Duelle in den letzten drei Saisonwochen den Klassenverbleib in eigener Hand.

Zurückgreifen können die "Löwen" wohl auf den zuletzt angeschlagenen Sascha Mölders, der nach einer Knieverletzung wieder im Training ist. Der Angreifer sei "definitiv eine Option", so Bierofka. Nach einer Gelb-Rot-Sperre zurückkehren wird Milos Degenek, der beim 1:0 gegen Eintracht Braunschweig ausgesetzt hatte.

Heimerfolg wichtig


Den Heimerfolg beim Debüt empfand Bierofka als enorm wichtig. "Für Siege gibt es keinen Ersatz. Man glaubt wieder mehr an sich selbst", sagte er. Auch mit der Leistung war der Nachfolger von Routinier Benno Möhlmann einverstanden. "Wir waren sehr aggressiv und haben viele Zweikämpfe gewonnen. Das ist für mich ganz wichtig." Ob er auch beim Gastspiel in Hamburg wieder ohne Michael Liendl und Rubin Okotie beginnen wird, ließ Bierofka offen. Gegen Braunschweig hatte das österreichische Joker-Duo den Sieg herbeigeführt.

Dass bei St. Pauli der Aufstieg bereits Geschichte ist, spielt für Bierofka keine Rolle. "Der Gegner interessiert mich nicht. Wir müssen unsere Stärken in die Waagschale werfen", betonte der 37 Jahre alte Ex-Profi der Münchner. Auf die anderen Plätze will er dabei nicht schauen: "Ich muss mich auf mein Spiel konzentrieren. Wir müssen uns 90 Minuten in dieses Spiel reinbeißen." Die Stimmung im Stadion am Millerntor, das Bierofka als "Schmuckkästchen" bezeichnete, müsse "man annehmen".

Andere Baustelle


Vor den wegweisenden Endspielen gegen Paderborn (8. Mai) und beim FSV Frankfurt (15. Mai) hat der TSV derweil noch eine andere Baustelle. Mit Jan Mauersberger, Christopher Schindler, Maxi Wittek, Daniel Adlung, Liendl und Okotie sind gleich sechs etablierte Kräfte von einer Gelbsperre bedroht, darunter drei Akteure aus der Viererkette. Mit drei Siegen zum Abschluss stünde die Rettung der "Löwen" fest, ein möglicher Umweg würde über die Relegation (20. und 24. Mai) führen.

Der SC Freiburg würde gern schon am Freitagabend jubeln, die Roten Bullen aus Leipzig hoffen auf den ersten Einzug in Deutschlands Eliteliga am Samstag auf der Couch. Ein Sieg - und die sofortige Rückkehr in die Bundesliga wäre für die Freiburger unter Dach und Fach. Bei Abstiegskandidat SC Paderborn könnten die Breisgauer ihren fünften Bundesliga-Aufstieg perfekt machen. Zurückhaltend gibt sich Trainer Christian Streich und möchte das "A"-Wort nicht in den Mund nehmen oder sich gar mit möglichen Feierlichkeiten beschäftigen.

Aufsteiger-Trikots dabei


Im Umfeld laufen aber bereits die Planungen. Auf jeden Fall dürften die Aufsteiger-Trikots zum Gepäck der Badener in Ostwestfalen gehören. Noch Freitagnacht wollen die Freiburger per Flieger nach Hause reisen, so dass sich die heimischen Fans schon jetzt auf eine Fete am Flugplatz einstellen.

Leipzig muss warten


Im Gegensatz dazu sind die RasenBallsportler aus Leipzig auf fremde Hilfe angewiesen, wenn sie schon am Wochenende ihren Premieren-Aufstieg feiern wollen. Ein Sieg vor prächtiger Kulisse am Freitag gegen Bielefeld vorausgesetzt, müssen die Sachsen noch mindestens 20 Stunden auf mögliche Jubel-Szenarien warten. Der vorzeitige Sprung ins Oberhaus wäre nur perfekt, wenn am Samstag der drittplatzierte 1. FC Nürnberg auch in Braunschweig verliert. Nach dem Abstieg des VfB 1994 würde RB als erstes Bundesliga-Team der Messestadt nach 22 Jahren wieder einen Platz im Oberhaus erkämpfen.
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