Fußball
Löws pikantes Treffen mit Mutko

Joachim Löw trifft am Samstag bei der Auslosung für den Confederations-Cup mit dem russischen Topfunktionär Witali Mutko zusammen. Und der hat dem deutschen Bundestrainer einiges zu sagen. Bild: dpa

Kasan. Vor dem möglichen Top-Los Cristiano Ronaldo geht es für Joachim Löw erst einmal um die große Fußball-Politik. Im bitterkalten Kasan erwartete den Bundestrainer neben einer Schneesturm-Warnung ein pikantes Aufeinandertreffen mit Witali Mutko. Russlands international umstrittener Topfunktionär und Vertrauter von Präsident Wladimir Putin wollte Löw wegen der deutschen Personalpläne für den Confederations-Cup möglichst schnell zur Rede stellen. "Ich werde Joachim Löw treffen, ich werde ihn ein wenig ausquetschen, mit welch mittelmäßiger Mannschaft er kommen will", sagte der Cheforganisator der WM-Generalprobe und dokumentierte seine Stimmung mit einem scherzhaft gemeinten Würgegriff.

Der Bundestrainer wird bei seiner ersten WM-Inspektionsreise sicher unbeschadet aus der Konversation mit Russlands stellvertretendem Regierungschef hervorgehen. Aber, so launig Mutko sich auch gab: Vor der Auslosung der Vorrundengruppen am Samstag (16.00 Uhr/MEZ), bei der den deutschen Weltmeistern Portugal mit Superstar Ronaldo oder Chile mit Bayern-Anführer Arturo Vidal als schwerster Gegner droht, hat Löw bei den Gastgebern Verdruss ausgelöst. Die Ankündigung, ein Fußball-Perspektivteam zum WM-Testlauf vom 17. Juni bis 2. Juli nach Russland zu schicken, kommt schlecht an. "Wollen die deutschen Fans eine B-Auswahl sehen?", fragte Mutko in seiner weiter spaßig klingenden Verbal-Mixtur und entschwand nicht ohne Komplimente für den Weltmeister aus dem Foyer des Pressezentrums neben der riesigen Auslosungshalle in der Tennisakademie von Kasan. "Wann immer Deutschland spielt, spricht der Ruf für sich selbst, und es ist eine der besten Mannschaften in der Welt."

Von der diplomatischen Redekunst Mutkos wird sich Löw nicht von seiner Strategie abbringen lassen. "Klar ist, dass wir beim Confederations-Cup nicht alle dabei haben werden. Wir wollen jungen Spielern immer wieder auch eine Chance geben, sich bei uns zu zeigen", erläuterte Löw nochmals seine Linie.

In einer 90-Minuten-Show wird Löw immerhin erfahren, gegen wen es für die DFB-Elf bei der dritten Confed-Cup-Teilnahme nach 1999 und 2005 in der Vorrunde gehen wird. Das Setzsystem der Fifa ermöglicht erstmals seit 2001, dass der amtierende Weltmeister schon in der Gruppenphase auf den Gastgeber treffen kann. Zudem bekommt es die Löw-Auswahl mit zwei Teams aus dem zweiten Lostopf zu tun, in den von der Fifa Mexiko, Australien, Neuseeland und der noch zu ermittelnde Afrikameister einsortiert wurden.
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