Fußball
Luhukay tritt zurück

Die Zeit ist für Jos Luhukay als Trainer beim Zweitligisten VfB Stuttgart abgelaufen. Bild: dpa

Stuttgart. Nach nur vier Spieltagen in der zweiten Fußball-Bundesliga steht der VfB Stuttgart vor dem nächsten Neustart - ohne Trainer Jos Luhukay. Der 53 Jahre alte Niederländer zog am Donnerstag die Konsequenzen aus dem öffentlichen Disput mit Sportvorstand Jan Schindelmeiser über den Kader und einigte sich mit dem Bundesliga-Absteiger auf eine vorzeitige Trennung.

"Wir haben diesen Schritt zur Kenntnis genommen und akzeptieren ihn natürlich. Es ist sehr bedauerlich, dass es so weit gekommen ist. Fakt ist auch, dass die Situation im Club in den letzten Wochen sehr schwierig war", sagte Schindelmeiser. Gegen den 1. FC Kaiserslautern stehen am Samstag (13.00 Uhr/Sky) nun Olaf Janßen und die beiden Ex-Profis Andreas Hinkel und Heiko Gerber in der Verantwortung. "Die Jungs werden die Mannschaft ab sofort bis auf weiteres betreuen. Ich kann betonen, dass es eine reine Interimslösung sein wird."

Ob er nach dem - zumindest für die Öffentlichkeit - unerwartet frühen Abschied des als Aufstiegs-Experten verpflichteten Luhukay schon mit Nachfolgekandidaten gesprochen habe, wollte Schindelmeiser nicht kommentieren. "Ich habe konkrete Vorstellungen und versuche die im Sinne des Clubs umzusetzen", sagte er.

Luhukay hatte seinen Rückzug nach nur 76 Tagen im Amt zuvor via schriftlicher Stellungnahme über seine Anwälte mit mangelndem Vertrauen der Vereinsführung begründet. "Aufstiegsprojekte verlaufen nie reibungslos, das weiß ich sehr gut. Aber die Arbeit als Cheftrainer in einem großen Traditionsverein wie dem VfB funktioniert nur, wenn volle Rückendeckung von den entscheidenden Personen besteht", wurde er zitiert. Luhukay verzichtet den Angaben zufolge auf eine Abfindung und das Gehalt seines bis Juni 2019 laufenden Vertrages. Co-Trainer Remy Reijnierse ist seinen Job ebenfalls los.

Vorausgegangen waren ein in der Öffentlichkeit ausgetragener Konflikt zwischen Luhukay und dem nach ihm verpflichteten Sportvorstand. Die beiden hatten nach der 1:2-Heimniederlage gegen den FC Heidenheim keinen Hehl mehr aus ihren unterschiedlichen Auffassungen über Spielertransfers und den Kader gemacht.

Am Mittwoch tadelte Aufsichtsratsmitglied Wilfried Porth Luhukay für die offen zur Schau gestellte Unzufriedenheit und stellte sich deutlich auf die Seite von Schindelmeiser. In der Folge baten die Vorstände Schindelmeiser, Jochen Röttgerman und Stefan Heim ihren Trainer am Donnerstag um 10.30 Uhr zu einem Gespräch - in dessen Verlauf Luhukay sich fürs Gehen entschied.
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