Fußball
Mammutprogramm für Nationalelf

Auf Oliver Bierhoff kommen arbeitsreiche Jahre zu. Aber zunächst will sich der Teammanager auf die EM konzentrieren. Bild: dpa

EM 2016, Confed-Cup 2017, WM 2018 - auf die deutschen Weltmeister kommt ein "Mammutprogramm" zu. Nahziel ist ein Erfolg in Frankreich. Ein neues Siegerteam müsse zusammenwachsen, sagt Manager Bierhoff, der zum Jahresende verrät: 2010 wollte man Löw und ihn trennen.

München. Der WM-Titel ist für Oliver Bierhoff noch lange nicht genug. Der Manager möchte mit der deutschen Nationalmannschaft eine Ära prägen, so wie das zuletzt Spanien als zweimaligem Europameister und Fußball-Weltmeister 2010 gelungen war. "Die Spanier haben es von 2008 bis 2012 über einen längeren Zeitraum geschafft, ihre Qualität hochzuhalten und zu bestätigen", erinnerte Bierhoff vor dem Start ins EM-Jahr 2016.

Eine ähnliche Erfolgsgeschichte müsse auch für die Weltmeister um Kapitän Bastian Schweinsteiger Antrieb und Motivation sein. "Das macht Champions aus", betonte Bierhoff. Ein EM-Triumph im Finale am 10. Juli 2016 im Pariser Stade de France sei aber kein Automatismus. "Im Schongang geht das nicht, das haben wir in der EM-Qualifikation gesehen", mahnte Bierhoff. "Niemand sollte glauben, dass man auch nur ein paar Prozent von der maximalen Leistungsfähigkeit nachlassen kann und trotzdem Europameister wird. Der Titelgewinn in Frankreich wird ein ganz hartes Stück Arbeit", erklärte der Teammanager. Auch Bundestrainer Joachim Löw rechnet mit großer Gegenwehr. Und das nicht erst in den K.-o.-Spielen, sondern schon in der Gruppenphase, in der die Kontrahenten Ukraine, Polen und Nordirland heißen.

Niemand sollte glauben, dass man auch nur ein paar Prozent von der maximalen Leistungsfähigkeit nachlassen kann und trotzdem Europameister wird.Oliver Bierhoff

Erfolgshunger und Teamgeist sind für Bierhoff neben der Qualität der Spieler zentrale Bausteine für Erfolge. Die Einstellung sei 2014 in Brasilien entscheidend gewesen. Ein neues Siegerteam müsse nach dem Umbruch im Anschluss an die WM aber erst "wieder neu zusammenwachsen", bemerkte Bierhoff. Im EM-Team 2016 muss Bundestrainer Löw vor allem die Baustelle Außenverteidiger schließen. Ein Comeback von Philipp Lahm (32) ist für Bierhoff keine realistische Option: "Wer Philipp kennt, wer seine Aussagen liest, wer auch persönlich mit ihm spricht, der weiß, dass das ausgeschlossen ist. Das sollten wir auch respektieren." Nach dem turnierlosen 2015 werden die kommenden Jahre mit der EM sowie dem Confederations-Cup 2017 und der WM 2018 jeweils in Russland eine besondere Herausforderung.

Im zwölften Jahr arbeitet er beim DFB mit Löw zusammen. Ein Schlüsselerlebnis war der Vertrags-Hickhack 2010 mit der damaligen Verbandsführung um Präsident Theo Zwanziger.

"2010 wurde Jogi und dem Trainerstab unabhängig von mir ein Vertragsangebot vorgelegt und versucht, uns zu trennen", verriet Bierhoff: "Da haben Jogi, Hansi (Flick) und Andy (Köpke) sich klar zu mir bekannt, sich auf meine Seite gestellt und dieses verlockende Angebot abgelehnt. Das rechne ich ihnen immer noch hoch an."
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